Wo Kunst zur Tat wird

Stipendiat*innen 2019 beim Wagner-Happening in Bayreuth 

Unsere Stipendiat*innen am 17.8.19 vor dem Festspielhaus: Marlies Stahl, Julia Moorman, Lukas Rommelspacher, René Wilhelm, Sarah Mehnert, Ada Felicitas Lange, Yuri Jang, Leonie Herzog, Moe Mihara, Iglika Stoycheva, Vorstandsmitglied Rose Wießler (stehend v.l.n.r.) – vorne: Vorstandsmitglieder Dr. Sven Hartung und Dirk Jenders (v.l.n.r.) – Foto: RWV Frankfurt

Vom 14. bis 19. August besuchten unsere 10 Stipendiat*innen – gemeinsam mit weiteren 230 Stipendiat*innen aus aller Welt – die Bayreuther Festspiele. Auf dem Programm standen Parsifal, Tristan und Isolde sowie der neue Tannhäuser. Ergänzt wurden die Tage mit einem umfangreichen Rahmenprogramm der Richard-Wagner-Stipendienstiftung: einem fränkischen Abend am Anreisetag, dem prominent besetzten Begrüßungsempfang in der Walhall-Lounge mit anschl. Festspielhaus-Führung, Empfängen der Bayreuther OB Brigitte Merk-Erbe sowie des Direktors des RW-Museums Dr. Sven Friedrich, einer Stadtführung und der Möglichkeit zur passiven Teilnahme am Meisterkurs von Dame Gwyneth Jones im Saal von Haus Wahnfried.

Zum traditionellen Abendessen der RWV Frankfurt und Leipzig in der Lohmühle brachte der Frankfurter Vorsitzende Dirk Jenders einen Überraschungsgast aus dem Festspiel-Ensemble mit: Tenor Daniel Behle.

Überraschungsgast beim traditionellen „Lohmühlen“-Abend der RWV Frankfurt und Leipzig: Tenor Daniel Behle – hier mit dem Frankfurter Vorstandsmitglied Rose Wießler – Foto: RWV Frankfurt

Der überaus sympathische Sänger, der dem Ensemble der Oper Frankfurt von 2007 bis 2010 angehörte und dort immer wieder als Gast zu erleben ist, ließ die jungen Talente  an seiner Bühnen- und Berufserfahrung Anteil nehmen und beantwortete viele Fragen. Als Walther von der Vogelweide stand er kurz zuvor noch im Tannhäuser auf der Bühne des Festspielhauses, wo er auch den David in den Meistersingern verkörpert.

Im Jour Fixe am Mittwoch, 25. September, werden unsere Stipendiat*innen im Wirtshaus am Hühnermarkt allen interessierten Mitgliedern über ihr Festspielerlebnis berichten.

On Air in hr2 Kultur

Am 27. Juli widmete die Musikszene Hessen dem RWV FFM ein Portrait

Unmittelbar vor der Live-Sendung im hr2 Kultur-Studio: Moderatorin Christiane Hillebrand (vorne) und die Gesprächsgäste Dr. Sven Hartung, Hannelore Schmid und Dirk Jenders (v.l.n.r.) – Foto: RWV Frankfurt

In der Live-Sendung unterhielt sich Moderatorin Christiane Hillebrand fast eine Stunde lang mit den Vorstandsmitgliedern Dirk Jenders, Hannelore Schmid und Dr. Sven Hartung. Es ging um Idee, Programm und Nachwuchsförderung des etwas anderen Fanclubs und natürlich um Richard Wagner – passend zu den soeben eröffneten Bayreuther Festspielen.

Es zeigte sich einmal mehr, welche Strahlkraft hr2 Kultur für die Kulturlandschaft Hessens hat. Daher ist hr2 Kultur mit seinen Sendeformaten unbedingt zu erhalten.

Hier die Sendung zum Nachhören:

42:42 min (40 MB) – Die Veröffentlichung erfolgt dank der Genehmigung von Christiane Hillebrand (hr2 Kultur). Podcast-Bearbeitung: Sigrid Peffer (hr)
Die Musikeinspielungen sind aus urheberrechtlichen Gründen stark verkürzt.

Siegfried W. zum 150.

Stipendiat*innen 2019 bereiten RWV Frankfurt zum Doppeljubiläum ein Musikfest

Nach einem fulminanten Konzert am 4. Juni 2019 im Dr. Hoch’s Konservatorium halten unsere Stipendiat*innen endlich die begehrten Urkunden für das Bayreuth-Stipendium in ihren Händen – Foto: Christoph Jenisch

Das diesjährige Stipendiatenkonzert des RWV Frankfurt würdigte gleich zwei Jubiläen: 60 Jahre Bayreuth-Stipendienförderung des etwas anderen Fanclubs der Frankfurter Wagner-Freund*innen und der 150. Geburtstag von Siegfried Wagner.

In einem über zweistündigen Programm zündeten die jungen Talente aus dem Dr. Hoch’s Konservatorium, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt sowie der Oper Frankfurt ein musikalisches Feuerwerk mit Werken von Bach, Humperdinck, Mendelssohn Bartholdy, Mozart, Saint-Saens, Schubert, Schumann, Strauss, Verdi, Vladigerov, Wieck-Schumann, Wolf und Richard Wagner. Ein Komponist stand im Mittelpunkt: Siegfried Wagner, dessen 150. Geburtstag die Musikwelt am 6. Juni feiert. In vier Beiträgen setzten sich die Künstler*innen im Alter von 23 bis 30 Jahren mit dem 1869 in Tribschen bei Luzern geborenen und 1930 in Bayreuth gestorbenen Komponisten auseinander. Als Zwanzigjähriger wurde der einzige Sohn Richard Wagners bei Engelbert Humperdinck in Mainz und Frankfurt ausgebildet.

Den Konzertbericht finden Sie > hier

August Wilhelmj – Der deutsche Paganini?

Neuerscheinung bei den Frankfurter Wagner-Kontexten

Am 13. Mai 2019 ist Band 2 der Frankfurter Wagner-Kontexte (FWK) erschienen. Der RWV Frankfurt setzt damit seine Buchreihe nur 10 Monate nach Herausgabe des Eröffnungsbandes mit einem fesselnden Thema fort.

Autorin Dr. Mareike Beckmann widmet ihre Dissertation dem im hessischen Usingen geborenen Violinisten August Wilhelmj (1845-1908). Er galt als einer der größten Geiger seiner Zeit. Richard Wagner ernannte ihn zum Konzertmeister der ersten Bayreuther Festspiele von 1876. Aber wie kam es dazu und welchen Einfluss hatte August Wilhelmj sowohl auf die Entwicklung des Violinspiels als auch auf den Kompositionsstil Wagners?

Diese Fragen werden in dem Buch August Wilhelmj – Der deutsche Paganini? beantwortet. Es ist ab sofort in der Print-Version für 48 € beim Tectum Verlag oder im Buchhandel verfügbar (256 Seiten / 17 x 24 cm / Hardcover) – für 37,99 € auch als E-Book.

Alle Infos zu unserer Reihe finden Sie auf dieser Homepage unter > Publikationen

Band 1 über den Komponisten Alexander Ritter (im Juli 2018 erschienen) und der hier vorgestellte neue Band 2 wurden übrigens in die Bestände der Forschungsbibliothek des Richard Wagner Museums – Haus Wahnfried in Bayreuth sowie in die Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach (DLA) aufgenommen.

Verena Lafferentz-Wagner verstorben

Der RWV Frankfurt trauert um sein Ehrenmitglied

Verena Lafferentz-Wagner (1920 – 2019) – Foto: privat

Die letzte Enkelin von Richard und Cosima Wagner lebt nicht mehr. Nach einem erfüllten Leben starb unser Ehrenmitglied im gesegneten Alter von 98 Jahren am Nachmittag des Karfreitag (19. April) in Überlingen am Bodensee. Verena Lafferentz-Wagner, geboren 1920 in Bayreuth, war das jüngste von vier Kindern aus der Ehe von Siegfried und Winifred Wagner.

Den Nachruf des RWV Frankfurt lesen Sie > hier

Wir, die Frankfurter Richard Wagner-Freunde, haben unserer großartigen Freundin sehr viel zu danken und werden ihr stets ein ehrendes, herzliches Andenken bewahren.

Unser Stipendiatenkonzert am 4. Juni 2019, in dem auch Musik ihres Vaters Siegfried erklingen wird, werden wir der Verstorbenen widmen.
Zwei Tage nach diesem Konzert begeht die Musikwelt den 150. Geburtstag von Siegfried Wagner.

Thema gesucht – Goldschatz gehoben

August Wilhelmj – der deutsche Paganini?

Diese Frage, die die Musikwissenschaftlerin und Geigerin Mareike Beckmann mit dem Titel ihrer Doktorarbeit selbst aufwirft, hat sie im April-Jour Fixe des RWV Frankfurt eindeutig verneint. Gemeinsam sei den beiden lediglich die herausragende Bedeutung in ihrer Zeit, so Beckmann. Mit ihrer Dissertation, die in Kürze als Band 2 der Frankfurter Wagner-Kontexte im Tectum Verlag erscheint, bringt sie den aus Usingen stammenden Geigenvirtuosen August Wilhelmj wieder einem breiteren Publikum ins Gedächtnis. Ein Nachfahre der Familie hatte das Thema angeregt und ihr Doktorvater, Prof. Peter Ackermann an der HfMDK Frankfurt, die entscheidenden Weichen gestellt. Für die Autorin wurde das zur Gelegenheit, „einen Goldschatz auszugraben“, wie sie berichtet. August Wilhelmj entwickelte eine Technik, die Kantilene länger zu halten als bis dahin möglich. Seine neue Spieltechnik machte es erst möglich, große Hallen zu bespielen wie die Tonhalle Zürich, die Carnegie Hall oder die Royal Albert Hall, die damals gebaut wurden. Als Solist genoss Wilhelmj höhere Anerkennung als Joseph Joachim, der als sein heftigster Konkurrent galt. Richard Wagner konnte erst durch Wilhelmj seine unendlichen Melodien komponieren. Wagners Bewunderung für den auch komponierenden Geiger führte zu dessen Engagement als erster Konzertmeister der Bayreuther Ring-Uraufführung von 1876.

Dr. Mareike Beckmann – Publikationsstipendiatin 2019 im RWV Frankfurt (Foto: privat)

Mareike Beckmann will mit ihrer Arbeit Schnittstelle zwischen Musikwissenschaft und Praxis sein. Alte Interpretationspraktiken aufzudecken ist ihr ein besonders Anliegen. Inzwischen ist sie Mitarbeiterin beim Projekt „Wagner-Lesarten“, das unter Leitung von Kent Nagano den Ring des Nibelungen in historisch informierter Aufführungspraxis vorbereitet.

Das Buch „August Wilhelmj – der deutsche Paganini?“ erscheint am 13. Mai 2019 zum Preis von 48 € im Tectum Verlag (Frankfurter Wagner-Kontexte, Band 2, 256 Seiten, 17 x 24 cm, Hardcover, ISBN 978-3-8288-4162-8 / auch als E-Book für 37,99 € erhältlich).

Bayreuth – oben ohne

Besuch der festspielfreien Festspielstadt

Prachtvolle Frühlingsstimmung am Bayreuther Festspielhaus – Foto: Christoph Jenisch

Spannende Einblicke in die Welt auf dem „Grünen Hügel“, in Baukunst, Lebensart, Musikgeschichte und Klavierbau, Begegnungen mit einflussreichen Stadtpersönlichkeiten sowie als Sahnehäubchen Überraschungskonzerte mit zwei mitgereisten Pianisten an historischen Flügeln von Wagner und Liszt – das waren herausragende Elemente einer viertägigen Frühlingsreise des RWV Frankfurt unter dem Motto „Bayreuth außerhalb der Festspiele“.

Den ausführlichen Bericht mit weiteren Bildern finden Sie > hier

Bestandsaufnahme in eigener Sache

7 RWV-Vorsitzende trafen sich in München zum Erfahrungsaustausch

Karl Russwurm, Mitglied des RWVI-Präsidiums und zugleich Vorsitzender des RWV München, war es ein Anliegen, erstmals beim Anknüpfen von engeren Beziehungen unter den süd- bzw. südwestdeutschen Wagner-Verbänden nicht nach dem Motto „Mia san mia“ zu verfahren, sondern als Motor und Motivator Hilfestellung dabei zu leisten, die erfolgreich arbeitenden Vereine zu einer Regionalkonferenz an einen Tisch zu bringen. Sein Ziel: einen intensiveren Erfahrungsaustausch unter den Vorsitzenden anzustoßen als es bei Kongressen oder zufälligen Treffen erreichbar ist und die regionale Zusammenarbeit schrittweise zu vertiefen.

An Themenfeldern gibt es wahrlich keinen Mangel: was macht die Verbände vor Ort erfolgreich, wo liegen Probleme? Wie wird der Nachwuchs bei Stipendiaten, im Vorstand und bei Mitgliedern generiert? Wie funktionieren vor Ort Netzwerke mit Kooperationspartnern? Welche Erwartungen gibt es an den Dachverband RWVI und wie kann dessen Arbeit für die Ortsverbände verbessert werden?

Die Vorsitzenden aus Ammersee, Augsburg, Bamberg, Frankfurt, Rosenheim-Chiemgau und Stuttgart nahmen am 17. März die Chance wahr und diskutierten intensiv miteinander. Freilich konnten an einem Tag keine Patentlösungen für die drängendsten Fragen gefunden werden, aber es ergaben sich einige Ansätze:
– Aufbau bzw. Wiederbelebung regionaler Gemeinschaftsveranstaltungen
– Nutzung eigener Reiseaktivitäten zu lokalen Treffen mit den RWV vor Ort
– Aufbau eigener Education-Programme, z.B. Gewinnung angehender Musikpädagogen als Stipendiaten, um Workshops mit Musikgymnasien durchzuführen oder Bildung von Patenschaften zwischen musikpädagogisch ausgebildeten Mitgliedern und Schulen.

Auch wurden Problemfelder des Dachverbandes RWVI erörtert. So suchte man z.B. gemeinsam Ansätze, den „Gesangswettbewerb für Wagnerstimmen“ zu reformieren, um dessen Attraktivität für die Ortsverbände nachhaltig zu steigern.

Ein Anfang ist gemacht. Noch in 2019 ist eine Fortsetzung dieses „best practice“ Formates geplant.

„tell him: he is the best!“

Johannes Martin Kränzle mit Rheingold-Preis des RWV Frankfurt geehrt

Am vergangenen Sonntag erhielt Johannes Martin Kränzle den Rheingold-Preis des Frankfurter Richard-Wagner-Verbandes, mit dem eine Ehrenmitgliedschaft im etwas anderen Fanclub verbunden ist. Im Portraitkonzert stand jedoch nicht nur der Bariton, sondern insbesondere der Komponist Kränzle im Mittelpunkt.

Auch für die geniale Verschmelzung seiner herausragenden, gesanglichen Qualitäten mit einer intensiven, wandlungsfähigen und wahrhaftigen Darstellung wurde Johannes Martin Kränzle am 17.02.19 geehrt. Foto: Christoph Jenisch – RWV Frankfurt

Die Laudatio hielt der Intendant der Oper Frankfurt, Bernd Loebe. Er überbrachte dem Preisträger auch Glückwünsche des gerade in der Mainmetropole weilenden Musikdirektors des Royal Opera House London, Sir Antonio Pappano: „tell him: he is the best!“.

Bernd Loebe, Intendant der Oper (des Jahres) Frankfurt, hielt die Laudatio auf sein ehemaliges Ensemble-Mitglied. Foto: Christoph Jenisch – RWV Frankfurt

In einer Erstaufführung trug Johannes Martin Kränzle die von ihm für Streichquartett bearbeiteten „Hollywood-Elegien“ von Hanns Eissler vor. Die Mezzosopranistin Lena Haselmann präsentierte seinen 2016 entstandenen Zyklus „Lieder um Liebe“, der ebenfalls auf Brecht-Texten basiert. Gemeinsam gab das Künstlerpaar zudem zwei Kränzle-Bearbeitungen der Brahms-Duette Vor der Tür und Es rauschet das Wasser. Alle Stücke wurden vom Malion-Quartett begleitet, das junge Musikerinnen aus Frankfurt und Stuttgart vereint. Eine Abrundung erfuhr das Konzertprogramm durch ein von Hannelore Schmid (Vorstand RWV Frankfurt) moderiertes Gespräch, das die vielfältigen Facetten der Künstlerpersönlichkeit Johannes Martin Kränzle beleuchtete.

Der Moment der Preisübergabe: Johannes Martin Kränzle mit Urkunde, Bernd Loebe, Hannelore Schmid und Dirk Jenders (von rechts nach links). Foto: Christoph Jenisch – RWV Frankfurt

Den ausführlicher Bericht und weitere Fotos finden Sie > hier