Bayreuther Farbenspiel

Mitreißender Festspiel-Bericht unserer Stipendiat*innen 2019

Es ist eine nicht nur schöne, sondern bei den Mitgliedern des RWV Frankfurt auch überaus beliebte Tradition, dass die nach Bayreuth entsandten Stipendiat*innen nach der Rückkehr über ihre Eindrücke vom Grünen Hügel berichten. So geschehen wieder im Jour Fixe am 25. September. Mit 45 Gästen blieb in unserem Stammlokal in der Frankfurter Altstadt kein Stuhl frei.

Die sechs anwesenden jungen Talente (die weiteren vier Mitstreiter*innen fehlten aufgrund diverser Engagement-Verpflichtungen entschuldigt) erzählten in erfrischender und mitreißend-sympathischer Weise, wie sie ihre Festspieltage erlebten. Es wurde viel gelacht, im Jour Fixe ebenso wie in Bayreuth. Dort begann der Spaß bereits mit dem ersten, dem „fränkischen Abend“. Ja, Bayreuther Nächte sind lang. Bis zum frühen Morgen saßen die 240 aus aller Welt angereisten Stipendiat*innen zusammen, lernten bzw. lachten sich kennen. Schnell wurde klar: die Theaterwelt ist klein. „Hallo, Du auch hier?“, war allgegenwärtig.

Ein persönliches Highlight jagte das andere: witzige und umwerfend eloquente Einführungsvorträge („tolles wertvolles Gesamtpaket“), kontroverse Diskussionen in den Pausen und nach den Vorstellungen („dieser wunderbare Austausch wird mir fehlen“) und natürlich die drei besuchten Aufführungen: Parsifal, Tristan und Isolde sowie der neue Tannhäuser. Einhelliges Lob gab es für den Chor, das Orchester, die (meisten) Sänger*innen und die einmalige Akustik im Festspielhaus. Die Inszenierungen hingegen hinterließen bei den jungen Leuten sehr unterschiedliche Eindrücke. Insbesondere die Mode, alles und jedes mit Video auszustatten, wurde kontrovers diskutiert (pro: „genialer Schachzug“ / „zwingend notwendig“ / „endlich gelungener Videoeinsatz“ und contra: „völlig falsch“ / „lenkte von Musik und Gesang ab“). Der Tannhäuser mit seiner erfrischend-komödiantischen Lesart wurde insgesamt als der beste Abend empfunden („es durfte gelacht werden“ – vor 20 Jahren noch ein Sakrileg während einer Aufführung). Dazu gehört, dass man sich anschließend auf Einladung der Frankfurter in der „Lohmühle“ mit dem Tenor Daniel Behle traf, der Einblicke in das Sängerbusiness und viele Tipps gab.

Ein zum Abschluß des Jour Fixe vorgetragenes Farbenspiel fasste die Begeisterung über das Erlebte zusammen:
grün = der Grüne Hügel
hellblau = die Decke des Festspielhauses / Himmel
rot = die Wunde des Amfortas / Blut
dunkelblau = Tristan und Isoldes Nacht der Liebe
gelb = das Kleid von Le Gateau Chocolat / Tannhäuser
der Regenbogen = Internationalität / Diversität der Stipendiat*innen

Am Ende stand ein großes DANKE an die Mitglieder des RWV Frankfurt.