Neues schaffen – ganz im Sinne Wagners

RWV Frankfurt errichtet Publikationsstipendium

Mit einem Publikationsstipendium wird der RWV Frankfurt künftig musikwissenschaftliche Arbeiten fördern, die sich mit Richard Wagner und seinem Werk direkt oder innerhalb eines konkreten Kontextes auseinandersetzen. Das hat die Mitgliederversammlung am 10. Mai beschlossen. Durch die Übernahme der Druckkosten soll eine möglichst jährlich erscheinende Schriftenreihe des Verbandes begründet werden. Die Schriftenreihe wird nicht nur einen Beitrag zur Wagner-Forschung leisten; sie dürfte auch den Bekanntheitsgrad und die Reputation des RWV Frankfurt steigern, wie der Vorsitzende Dirk Jenders darlegte. Mit dem renommierten Schott Campus-Verlag in Mainz wurde ein idealer Partner gefunden; die Finanzierung wird primär durch zusätzliche Spenden der Mitglieder erfolgen. Die jährlichen Bayreuth-Stipendien des etwas anderen Fanclubs bleiben unverändert bestehen. Beiträge zur Schriftenreihe können von Autoren aus dem Rhein-Main-Gebiet, also primär der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) und der Goethe-Universität in Frankfurt eingebracht werden. Bei der Vergabe der Stipendien wird der Vorstand auf die Expertise der betreuenden Professoren zurückgreifen. Erster Empfänger des Stipendiums ist der Bassist, Regisseur und Autor Selcuk Cara. Er promoviert bei Prof. Peter Ackermann (HfMDK) zum Thema „Verfall der Familienstrukturen als dramaturgisches Mittel in Wagners Ring des Nibelungen“. Cara verfasste bereits seine Diplomarbeit über „Tristan und Isolde“.

Der erste Doktorand für das neue Frankfurter RWV-Publikationsstipendium: Bass, Spiegel-Bestseller-Autor (Türke, aber trotzdem intelligent), Regisseur und Autoren-Filmer Selcuk Cara (Foto: R. Bernet)

Das Stipendium geht auf einen Vorschlag von Dr. Sven Hartung zurück, der auf dieser Mitgliederversammlung zum beratenden Vorstandsmitglied gewählt wurde. Hartung ist Wirtschaftsanwalt und war seit 2015 als Rechnungsprüfer für den RWV tätig. Er folgt auf Bärbel Franz, die ihr Mandat nach zwölf Jahren in dieser Funktion niederlegte, um einen sukzessiven Generationswechsel im Vorstand zu ermöglichen. Dirk Jenders dankte Bärbel Franz für ihr großartiges Engagement, das weit über die Zeit ihrer Vorstandstätigkeit hinausreicht, und zollte hohe Anerkennung für ihre Rolle als geschätzte Repräsentantin des RWV Frankfurt auf nationalem wie internationalem Parkett. Zur neuen Rechnungsprüferin wurde Heike Lüters gewählt, viele Jahre Schatzmeisterin im Verein der Freunde des hr-Sinfonieorchesters.

Insgesamt konnte Dirk Jenders eine erfreuliche Bilanz des vergangenen Jahres ziehen. Die Mitgliederzahl wuchs im 8. Jahr in Folge und die Zahl der Bayreuth-Stipendien konnte auf zehn erhöht werden, womit der RWV Frankfurt als der weltweit förderstärkste Wagner-Verband gilt.