Frankfurter Wagner-Kontexte

Mit der Schriftenreihe „Frankfurter Wagner-Kontexte“ leistet der Richard-Wagner-Verband Frankfurt am Main seit 2018 einen musikwissenschaftlichen und qualitativ hochwertigen Beitrag zur Wagner-Forschung. Ermöglicht wird dies durch die jährliche Vergabe eines Publikationsstipendiums, das einen großen Teil der Drucklegungskosten finanziert. Das Themenspektrum der zur Veröffentlichung vorgesehenen Bände wird bewusst weit gefasst. Als einzige Voraussetzung haben die primär geförderten Dissertationen einen konkreten Kontext zum Komponisten Richard Wagner zu gewährleisten.

Die „Frankfurter Wagner-Kontexte“ erscheinen im Tectum Verlag, der 1992 in Marburg gegründet wurde und seit 2017 zur Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden, gehört (Gruppe C.H. Beck, München).

Band 1

Michael Hofmeister
Alexander Ritter
Leben und Werk eines Komponisten zwischen Wagner und Strauss

Der Autor des Eröffnungsbandes, Michael Hofmeister (40), studierte Schulmusik und Musikwissenschaft sowie Sologesang in Würzburg. Später absolvierte er ein Aufbaustudium „Historische Aufführungspraxis“ an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, wo er 2017 außerdem bei Prof. Peter Ackermann seine Dissertation „Alexander Ritter – Leben und Werk eines Komponisten zwischen Wagner und Strauss“ einreichte.

Diese in jeder Hinsicht opulente Veröffentlichung ist also einem Wegbegleiter Richard Wagners gewidmet, der wie eine Reihe anderer Komponisten jener Zeit im übergroßen Schatten des Bayreuther Meisters zu verschwinden droht. Seit Dresdner Kindertagen war Alexander Ritter (1833-1896), dessen Mutter Julie sein bewundertes Idol im Exil förderte, von Richard Wagner geprägt. Er heiratete Wagners Nichte Franziska und baute sich u.a. mit Franz Liszt, Hans von Bülow und Peter Cornelius ein Wagner-nahes Netzwerk auf. Später war er es, der den jungen Richard Strauss zu Wagner hinführte.

Dr. Michael Hofmeister – erster Publikationsstipendiat im RWV Frankfurt (Foto: Marcel Schawe)

Es ist ein Verdienst Michael Hofmeisters, dass er mit seiner akribischen, sich über 10 Jahre erstreckenden Arbeit eine Lücke schließt, die die Wagner- und Strauss-Forschung seit Langem beklagt, indem er uns Alexander Ritter als einen rigorosen Verfechter der neudeutschen Richtung vorstellt. Erstmals wertet der Autor alle greifbaren Quellen aus und bringt dem Leser die Persönlichkeit Ritters nahe. Gleichzeitig nimmt er ihn als eigenständigen Komponisten ernst und gewährt tiefe Einblicke in sein heute völlig vergessenes Werk.

Band 1 ist seit 16. Juli 2018 für 59 € (822 Seiten / 17 x 24 cm / Hardcover) im Buch- und Online-Handel bzw. direkt beim Tectum Verlag bestellbar:
ISBN Print 978-3-8288-4138-3
Auch als E-Book für 46,99 €:
ISBN ePDF 978-3-8288-7004-8
ISBN ePub 978-3-8288-7077-2

Medienspiegel (Auszüge):

Zeitschrift das Orchester (Schott Music) – Ausgabe 11-2018
Autor: Dieter David Scholz
Michael Hofmeister hat mit Akribie und Sorgfalt recherchiert, um Leben, Werk und Person Alexander Ritters, sein „Pech und Scheitern“ so umfassend wie möglich darzustellen, bisherige Kenntnisse dank neuen Quellenmaterials zu erweitern und das Bild des zwischen Wagner und Strass vergessenen Komponisten von Entstellungen sowie Unterschlagungen zu befreien, zu ergänzen und zu verifizieren. Hofmeister hat das bisher vollständigste Werkverzeichnis erstellt und sogar einige unveröffentlichte Briefe Ritters abgedruckt.
Hofmeister hat für seine imposante Doktorarbeit, die nur dank des Frankfurter Richard-Wagner-Verbandes als Buch gedruckt werden konnte, keinen Fleiß und keine Mühen gescheut, um eine Vielzahl von Archiven zu sichten und Bibliotheken zu durchforsten. Er hat mit seinem Buch eine Lücke der Musikgeschichts­schreibung geschlossen. Ihm kommt schon jetzt der Rang eines Standardwerks zu. Chapeau!

WDR 3 – Sendung Tonart vom 27.09.2018
Redakteur: Michael Schwalb
Den Mitschnitt (9:26 min) hören Sie hier:

Die Veröffentlichung erfolgt dank der Genehmigung von Michael Schwalb sowie der Redaktion von WDR 3 Tonart.
Zitate aus der Sendung:
Ein Buch, das ein faszinierendes Kapitel deutsche Musikgeschichte zwischen 1860
und 1900 beleuchtet.
Was Ritter alles komponiert hat, wie er ansonsten versucht hat, als Geiger, Musikschriftsteller, Dirigent, Musikalienhändler zu reüssieren, das erzählt Michael Hofmeister in seinem Buch farbenreich und spannend.
Der Autor ist zu bewundern für seine akribische und im wahrsten Sinne weltumspannende Recherchearbeit, ebenso für die gut lesbare Aufarbeitung dieses verwickelten, aber hoch spannenden Themas. Musikalische Zusammenhänge werden sinnreich und einleuchtend dargestellt, und die Charaktere der handelnden Personen kommen uns in allen Vorzügen und Schwächen nahe. Hofmeister hat einen langen erzählerischen Atem und greift an Schlüsselstellen immer wieder Details auf, die das komplexe ideengeschichtliche Thema gut fasslich verflüssigen.
Das Buch ist ein Flaggschiff als Band 1 einer neuen Buchreihe der Frankfurter Wagner- Kontexte, die vom Richard-Wagner-Verband Frankfurt am Main herausgegeben werden und im Tectum Verlag erscheinen.
Wer an den Verbindungen und Verwicklungen des deutschen Musiklebens im 19. Jahrhundert interessiert ist, kann Michael Hofmeisters großes Buch verschlingen wie einen biographischen Roman.
Wer dieses Buch nicht selber kaufen kann, der sollte seiner Musikbücherei oder Stadtbibliothek dringend zur Anschaffung raten.

Glarean Magazin (CH) – Ausgabe 08-2018
Autor: Günter Nawe
Es war ein Leben zwischen Erfolg, Scheitern und Resignation, das uns Michael Hofmeister in seiner großartigen Studie nahe bringt. Er schließt eine Lücke in der Wagner- und Strauss-Forschung, indem er sich diesem Komponisten widmet, der als sich als Verfechter einer neudeutschen Musikrichtung zeigte. Womit wir beim Werk wären, das Hofmeister ausführlich beschreibt und deutet. Interessant ist dies um so mehr – und damit ein besonderes Verdienst dieser Dissertation – als wir sein Werk leider nicht hören können.
So ist diese Dissertation, diese dickleibige Monographie des Michael Hofmeister ein durchwegs interessantes, zudem gut lesbares Buch. Und die Hauptfigur Alexander Ritter in der Tat eine Entdeckung.

Die Marketing-Postkarte „Alexander Ritter“ finden Sie hier