Traumjob: Operndramaturgin

Mareike Wink berichtet über ihre Arbeit an der Oper Frankfurt

Mareike Wink, Dramaturgin an der Oper Frankfurt und Bayreuth-Stipendiatin 2015 (Foto: privat)

Was macht eigentlich die Dramaturgie? Ziemlich vieles, wie beim Jour Fixe am 23. Januar von Mareike Wink zu erfahren war. Seit 2013 arbeitet sie als Dramaturgin an der Oper Frankfurt und hat dort ihren Traumjob gefunden. Insgesamt 18 Einzelwerke in 13 Premieren hat sie bis heute begleitet. Zwei Jahre vor einer Premiere beginnt ihre Arbeit am Stück, denn Frankfurt setzt auf das Konzept der Produktionsdramaturgie: Regisseur, Dramaturg, Bühnenbildner, Kostümbildner und der musikalische Leiter entwickeln gemeinsam das Konzept für die Inszenierung. „Der Dramaturg ist der beste Freund und auch der erste Kritiker des Regisseurs, und er ist gleichzeitig das Scharnier zwischen allen Beteiligten und dem Opernhaus“, erzählt Mareike Wink.
Die Modellpräsentationen bei Intendanz und technischer Leitung folgen, Entwürfe müssen optimiert, Kontakte zu Verlagen und manchmal auch zu Erben der Komponisten gepflegt und Rechte geklärt werden, bis schließlich alles in die sechs hochintensiven Probenwochen vor der Premiere mündet, in denen gemeinsam mit den Darstellern der Feinschliff erfolgt. Nebenbei hat Wink das Programmheft und Beiträge fürs Opernmagazin zusammengestellt und den Einführungsvortrag geschrieben. Und natürlich laufen parallel Planungen für nachfolgende Inszenierungen.

Wink, die Musik-, Theater- und Medienwissenschaften in Frankfurt sowie Rom studiert und an den Opernhäusern in Frankfurt und Wien hospitiert hat, gehörte zu unserem Stipendiaten-Jahrgang 2015. Sie kann bereits beachtliche Erfolge vorweisen. Die von ihr begleitete Produktion „Das schlaue Füchslein“ (Regie: Ute M. Engelhardt) wurde 2016 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet, die Frankfurter Erstaufführung dreier Einakter von Ernst Křenek (Regie: David Hermann) als »Wiederentdeckung des Jahres« mit dem International Opera Award 2018 gefeiert. Selbst einmal Regie führen möchte sie nicht. „Ich lese und schreibe gerne, rede mit den Menschen, und ich genieße es, mich mit immer neuen Themen auseinanderzusetzen, da bin ich in der Dramaturgenfamilie unseres Opernhauses am richtigen Platz.“

Den richtigen Platz für seine künftigen Jour Fixe-Abende hat auch der RWV Frankfurt an diesem Abend gefunden. Im Wirtshaus am Hühnermarkt mitten in der neuen Altstadt überzeugten Ambiente, Küche sowie Service und mit der U-Bahn bzw. dem Parkhaus „im Keller“ ist die Verkehrsanbindung hervorragend.