Wagner-Netzwerk in 150 Metern Höhe

Zwei Wagner-Verbände – eine Freundschaft: München zu Gast in Frankfurt

Eben noch präsentierte der Vorsitzende des RWV München, Karl Russwurm, seinen Münchener Mitgliedern einen großen Rückblick auf 10 Jahre Opern- und Kulturreisen seines Verbandes und schon packten sie wieder die Koffer, um vom 2. bis 6. November nach Frankfurt am Main zu reisen. Auf dem Programm standen Ariadne auf Naxos (Oper Frankfurt), Die Meistersinger von Nürnberg (Staatstheater Wiesbaden) und ein Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Gustavo Dudamel (Alte Oper Frankfurt). Neben diesen Opern- und Konzerthighlights bot das Besuchsprogramm breiten Raum für Begegnungen mit den Wagner-Freunden des RWV Frankfurt.

Hier noch in der Lobby sollte es für den RWV München im Verlauf der Commerzbank-Führung hoch hinaufgehen – Foto: RWV München

Dirk Jenders ermöglichte den Gästen der bayerischen Landeshauptstadt beeindruckende Ein- und Ausblicke während einer Architektur-Führung durch das Hochhaus der Commerzbank-Zentrale. Das von Sir Norman Foster entworfene höchste Gebäude Deutschlands misst eine Höhe von 259 Metern, erstreckt sich über 58 Stockwerke und bietet Arbeitsplätze für über 2.500 Mitarbeiter. Beim Bau vor über 20 Jahren wurde bereits großer Wert auf hohe ökologische Standards gelegt. Besonders imposant sind die neun innenliegenden Themengärten. Jeder dieser Gärten verkörpert eine unterschiedliche Flora der typischen Pflanzengesellschaften. So lag es nahe, dass es nach der Führung im nach Süden gelegenen mediterranen Garten des 35. Stockwerks einen Sektempfang unter Olivenbäumen (und in Begleitung munterer Rotkehlchen) gab, den der RWV Frankfurt zu Ehren seiner Gäste ausrichtete. Beim einsetzenden goldenen Oktober-Abend ließ man also staunende Blicke über Stadt und Land schweifen. Die meisten Besucher konnten nur schwer zum komfortablen Lift-„Abstieg“ animiert werden. Aber es rief das gemeinsame Abendessen der Münchener und Frankfurter Wagner-Freunde auf dem Römerberg, der guten Stube der Mainmetropole. An allen Tischen im Wintergarten des 1453 erstmals urkundlich erwähnten Schwarzen Stern entwickelten sich sofort lebhafte und freundschaftliche Gespräche – sehr zum Vergnügen der beiden Vorsitzenden. Deren diskrete Abendregie stellte eine gemischte Tischordnung sicher und damit einen für alle bereichernden Austausch unter wagnerbegeisterten Musikfans. Man wünscht sich mehr dieser beglückenden Reise-Begegnungen der Verbände untereinander.

Gegenseitige Geschenke erhalten die Freundschaft. Hier dankt Dirk Jenders (Frankfurt) für ein Buchpräsent, überreicht von Karl Russwurm (München) – Foto: RWV München