Der Sachs ist der Hammer

Michael Volle berichtet im Wagner-Salon über ein Sängerleben im Ausnahmezustand

Bariton Michael Volle – Foto: Carsten Sander

Als führender Vertreter seines Faches ist er normalerweise ein vielbeschäftigter Gast an internationalen Bühnen: Bariton Michael Volle. Allein seine für 2020/21 geplanten Auftritte an der New Yorker Met, in Bayreuth, Berlin, Dresden, Hamburg, London, Wien, Zürich, München, Mailand, Florenz oder Wiesbaden in Partien des Hans Sachs, Amfortas, Wotan, Holländer, Barak, Jochanaan, Orest, Mandryka, Scarpia, Boris, Méphisto oder Jack Rance spiegeln für sich genommen eine imposante Karriere wieder.

Nur ein Bruchteil davon ließ sich realisieren. Die Pandemie zwang auch Michael Volle zu einer überlangen Zwangspause. Statt also auf den Brettern zu stehen, die die Welt für ihn bedeuten, beehrte der Sänger des Jahres 2008 und 2014 den inzwischen 3. Frankfurter Wagner-Salon – aus seinem Zuhause online zugeschaltet.

In dem von Dirk Jenders moderierten Gespräch spannte sich der Bogen von Mozart-Partien (inklusive einer kleinen Stimmenkunde) über Ensemble-Stationen in Mannheim, Bonn, Köln, Düsseldorf, Zürich und München bis hin zu den Auswirkungen der Corona-bedingten Karrierevollbremsung und hoffnungsvollen Zukunftsplänen. In Einspielern erlebte man den auskunftsfreudigen Gast als Mozart-Figaro, als Filippo Maria Visconti in Bellinis „Beatrice di Tenda“ und natürlich mit dem „Wahn-Monolog“ in seiner „Hammer“-Rolle, dem Hans Sachs. Auch spannend: Einblicke in das „Innenleben“ eines Sängers im MRT der Uniklinik Freiburg während er das „Lied an den Abendstern“ vortrug.

Da schmunzelt der Meister über seinen „Sachs“ – Michael Volle genießt den „Wahn-Monolog“ (Screenshot: RWV Frankfurt)

Über 100 Gäste versammelten sich am 25. März vor 90 eingeloggten Laptops, Tablets bzw. Smartphones. Die Besucher kamen nicht nur aus den Frankfurter Reihen, sondern auch aus den Wagner-Verbänden Leipzig, München, Nürnberg, Ulm/Neu-Ulm, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf, Hannover sowie aus Österreich, der Schweiz und New York. Zudem ließ es sich unser Salon-Premierengast vom Januar, Bassist Andreas Bauer Kanabas, nicht nehmen, den „Weltstar“ (O-Ton des Sängerkollegen) virtuell und dennoch hautnah zu erleben. Ein Teilnehmer aus Bonn fasste das erkenntnisreiche Online-Event so zusammen: „Grandioser Abend, sehr berührend, geradezu intim.“

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