Archiv – Nachrichten

11.02.2017
Ei! Wie schmeckt der Coffee süße
Wagnerianer auf Kaffeefahrt
Flaumiger Streuselkuchen und duftende Kaffee-Spezialitäten erwarteten die Frankfurter Wagner-Freunde, die am 25. Januar trotz eisiger Temperaturen den Weg in die traditionsreiche Kaffeerösterei Wacker gefunden hatten. In den über 100 Jahren seines Bestehens ist das von einer jungen Schwäbin gegründete Geschäft in Frankfurt Kult geworden; bis heute wird es als Familienunternehmen geführt, inzwischen mit über 80 Beschäftigten.
Die Zeit verging wie im Flug, während Mitarbeiter Lukas Gerner über den Anbau von Kaffee, seine Verarbeitung und die Herkunftsländer informierte. Darüber, dass Vietnam nach Brasilien das zweitwichtigste Erzeugerland für Kaffee ist, seitdem dort der Anbau zur Versorgung der sozialistischen Bruderländer massiv gefördert worden war. Dass die milden, würzigen Arabica-Sorten Höhenluft brauchen, die herberen Robusta-Sorten für Espresso dagegen auch im Tiefland gedeihen. Und dass bei den Kaffeebauern im Durchschnitt nur sieben Prozent unseres Ladenpreises ankommen, unser Finanzminister dagegen bei jedem Pfund Bohnen mit mehr als einem Euro Kaffeesteuer dabei ist.
Die zartgrünen fermentierten und getrockneten Rohbohnen treten auch heute noch in Jutesäcken die Reise übers Meer an. Sie schmecken nach nichts; erst mit dem Rösten entwickelt sich das Kaffeearoma. Lukas Gerner zelebrierte das an der großen Rösttrommel des Hauses. Die hohe Kunst besteht darin, den Röstprozess zum richtigen Zeitpunkt zu beenden; und darin, die einzelnen Sorten und Herkünfte so zu komponieren, dass jeder das Passende für seinen Geschmack findet. Drei Dutzend Mischungen umfasst Wacker’s-Sortiment. 

Nein, keine "Tannhäuser"-Bühnenkunst - vielmehr: Der Kaffee ist fertig! (Foto: RWV Frankfurt)

Nein, keine „Tannhäuser“-Bühnenkunst – vielmehr: Der Kaffee ist fertig! (Foto: RWV Frankfurt)

Lukas Gerner hatte zudem einen kleinen Trost für Kaffeetrinker parat, die um ihren Nachtschlaf bangen oder ihr Herz schonen wollen: Kaffee schmeckt auch ohne Coffein; diese Substanz stimuliert zwar, spielt aber überhaupt keine Rolle fürs Aroma.
Und der von Richard Wagner verehrte Johann Sebastian Bach hatte es auch schon immer gewusst und in seiner Kaffee-Kantate (BWV 211) verewigt: Ei! Wie schmeckt der Coffee süße, Lieblicher als tausend Küsse, Milder als Muskatenwein. Coffee, Coffee muss ich haben, Und wenn jemand mich will laben, Ach, so schenkt mir Coffee ein!

21.01.2017
Wenn (Wagner-)Träume wahr werden
Frankfurter Stipendiaten 2017 freuen sich auf Bayreuth
Vom 14. bis 19. August entsendet der etwas andere Fanclub der Frankfurter Wagner-Freunde erneut 10 angehende Bühnenschaffende als seine diesjährigen Stipendiaten auf den Grünen Hügel. Damit ist der RWV Frankfurt im Kreise der weltweit 130 Wagner-Verbände erneut förderstärkster Partner der Richard-Wagner-Stipendienstiftung in Bayreuth.
Die jungen Talente vom Dr. Hoch’s Konservatorium, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) sowie der Oper Frankfurt (Opernstudio und Paul-Hindemith-Orchesterakademie) repräsentieren diese Fachrichtungen: Sopran, Bariton, Bassbariton, Cello, Klavier, Querflöte, Trompete, Violine, Chorleitung und Theater-/Orchestermanagement. Die vier Damen und sechs Herren kommen aus Deutschland (6), Argentinien (2), England und Südafrika.
In Bayreuth werden sie u.a. die Festspielaufführungen Die Meistersinger von Nürnberg, Tristan und Isolde sowie Die Walküre besuchen. Zudem wird ihnen dort ein umfangreiches Rahmenprogramm sowie die Möglichkeit geboten, sich mit den anderen 240 internationalen Stipendiaten zu vernetzen, die die weltweit aktiven Wagner-Verbände zeitgleich in die Festspielstadt entsenden. Aber auch in den Monaten vor bzw. nach Bayreuth begleitet der RWV Frankfurt seine Stipendiaten auf ihrem Weg in die Professionalisierung hier vor Ort.

06.12.2016
Von Wagner zu Hindemith
… und zurück? Anmerkungen zu einem schwierigen Verhältnis
Es war eine sehr wechselvolle Beziehung, die Paul Hindemith mit Richard Wagners Werk verband. Der Musikwissenschaftler Wolfgang Rathert – bereits als 18jähriger Abiturient Stipendiat des RWV Minden – schilderte das beim vorweihnachtlichen Zusammentreffen der Frankfurter Wagner-Freunde am 3. Dezember im restlos ausverkauften Kuhhirtenturm an eindrucksvollen Beispielen.

Prof. Dr. Wolfgang Rathert (Ludwig-Maximilians-Universität München) sucht und findet Verbindendes zwischen Paul Hindemith und Richard Wagner (Foto: RWV Frankfurt)

Paul Hindemith, Jahrgang 1895, wurde in eine von Wagner durch und durch geprägte Musikwelt hineingeboren. Der Wagner-Kult des Kaiserreichs und der damalige Mythos um den Komponisten seien heute unvorstellbar, so Rathert. Kein Wunder also, dass der junge Musiker sich in diesem Umfeld an Wagner-Parodien versuchte! Schon bald sind aber, wie Rathert zeigte, in Hindemiths Werk Wagnersche Ausdrucksformen zu entdecken, etwa aus der „Walküre“ in seinem Einakter „Sancta Susanna“ von 1922. „Sancta Susanna“ übernimmt zugleich das symmetrische Konzept des Parsifal: Kundry erscheint als Vorbild für Susanna.
Hindemith, seit den 20er Jahren der Star unter den jungen Komponisten, wollte zwar das expressionistische Theater beenden und sich damit von Wagner absetzen. Aber im musikalischen Hörbild „Der Flug der Lindberghs“, einer Gemeinschaftsproduktion mit Bert Brecht und Kurt Weill für den Rundfunk im Jahr 1929, erinnert dessen „Nebel“- Passagen an Wotans Einzug in Walhall aus dem „Rheingold“.
Mit „Mathis der Maler“, uraufgeführt 1938, wurde Hindemith schließlich wie Richard Wagner sein eigener Librettist; das Werk sollte wie Wagners „Meistersinger“ eine „deutsche“ Oper sein. Theodor W. Adorno, ursprünglich ein glühender Verehrer Hindemiths, ätzte damals, man habe es bei dem – zum Zeitpunkt der Niederschrift noch nicht 40jährigen – Komponisten mit „einem krassen Reaktionär zu tun, der mit dieser Oper sein eigenes Staatsbegräbnis geschaffen hat“. Zum großen Thema Hindemiths wurde „die Gefährdung der Seele im Zeitalter der Moderne“, wie Rathert ausführte; dieses Thema habe er in seinen Werken in den verschiedensten Formen umgesetzt.

Ein hoch konzentriertes, virtuoses HfMDK-Duo spielt Hindemith im Kuhhirtenturm: Cellistin Hsiang-Yi Yang und Pianistin Yu-Chen Yu (Foto: RWV Frankfurt)

Ein hoch konzentriertes, virtuoses HfMDK-Duo spielt Hindemith im Kuhhirtenturm: Cellistin Hsiang-Yi Yang und Pianistin Yu-Chen Yu (Foto: RWV Frankfurt)

Hindemiths 3 Stücke für Cello & Klavier op. 8 – kombiniert mit Johann Sebastian Bachs Suite Nr. 1 G-Dur für Violoncello solo – wurden im Konzertteil des Nachmittags live durch die Cellistin Hsiang-Yi Yang und Pianistin Yu-Chen Yu (beide HfMDK-Studierende) dargeboten. Zum Ausklang gab es nicht nur anregende Gespräche, sondern auch den schon traditionellen Dresdner Christstollen zu Söhnlein Rheingold-Sekt.

23.11.2016
Jahrhundert-Lohengrin trifft Bundesoperetten-Sängerin
Zwei Stars aus der Talentschmiede Neu-Isenburg
Rose Wießler, die stellvertretende Vorsitzende des RWV Frankfurt, hatte sie entdeckt, die Franz Völker und Anny Schlemm-Gesellschaft in Neu-Isenburg, und mit deren langjährigem Vorsitzenden Berthold Depper ein Zusammentreffen organisiert. Am 19. November verbrachten 27 Mitglieder unseres Verbands einen anregenden Nachmittag in der Stadt der 1000 Sänger, wie Neu-Isenburg sich nennt. Im Stadtmuseum Haus zum Löwen stellte uns Berthold Depper die beiden Ausnahmekünstler mit Anekdoten, Film- und Interviewausschnitten sowie wunderbaren Musikbeispielen vor und zeigte auch Bespiele der „Devotionaliensammlung“ seiner Gesellschaft.

Heldentenor Franz Völker aus Neu-Isenburg

Franz Völker, Jahrgang 1899, hatte schon als junger Chorsänger die Aufmerksamkeit des Großherzogs Ernst Ludwig auf sich gezogen, der seine Ausbildung finanzieren wollte. Der 1. Weltkrieg hätte die Karriere des Tenors dann beinahe verhindert. Völker ließ sich nach der Rückkehr zum Bankkaufmann ausbilden. 1925 aber brachte ihm ein Radiosängerkrieg im gerade gegründeten Sender Frankfurt, bei dem er vom Publikum aus Hunderten von Mitbewerbern zum Sieger gewählt wurde, einen Vertrag der Frankfurter Oper ein. Er debütierte als Florestan, der die Rolle seines Lebens bleiben sollte. Später ging er nach Wien, Berlin und München und sang an allen bedeutenden Opernhäusern Europas. Sein Bayreuther Lohengrin von 1936 gilt bis heute als Meilenstein. Der Heldentenor hatte aber auch ein Faible für die leichte Muse; das zeigen zahllose Schellackplatten aus den 20er Jahren.

Anny Schlemm's Portrait im besten Lichte; davor v.r.n.l.: Berthold Depper, Rose Wießler und Dirk Jenders (Foto: H. Schmid)

Anny Schlemm’s Portrait im besten Lichte; davor v.r.n.l.: Berthold Depper, Rose Wießler und Dirk Jenders (Foto: H. Schmid)

Eine Blitzkarriere gelang Anny Schlemm, 1929 in Neu-Isenburg geboren und später in Halle aufgewachsen. Mit 17 debütierte sie am dortigen Landestheater als Bastienne; zwei Jahre später holte sie Ernst Legat an die Berliner Staatsoper; gleichzeitig verpflichtete Walter Felsenstein sie an die Komische Oper. Nach dem Krieg wechselte Anny Schlemm nach Köln und später nach Frankfurt, wo sie viele unserer Mitglieder noch in verschiedenen Rollen erlebt haben, letztmalig in der Saison 2002/2003. Gastauftritte führten sie in die namhaftesten Opernhäuser der Welt und zu allen bedeutenden Festspielen, auch als „Holländer“-Mary nach Bayreuth. Ihr jugendlich heller Sopran entwickelte sich im Lauf ihrer fast sechzigjährigen Bühnenkarriere zum Mezzo und Alt. Ihre Liebe zur sogenannten leichten Muse brachte ihr in den 1950er Jahren den liebevollen Titel „Bundesoperettensängerin“ ein. Anny Schlemm lebt heute bei ihrem Sohn, dem Jazz-Musiker Uli Rennert, in Graz.
Die Teilnehmer ließen es sich nach den vergnüglichen Stunden im Haus zum Löwen noch bei Apfelwein Föhl wohl sein.

17.11.2016
RWV Frankfurt auf Stifterwand gewürdigt
HfMDK dankt für wertvolle Kooperation
Seit wenigen Tagen prangt der Richard-Wagner-Verband Frankfurt am Main auf der Stifterwand im Foyer der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt (HfMDK).Die Stifterwand im Foyer der HfMDK (Foto: RWV Frankfurt)

Mit diesem unübersehbaren Zeichen würdigt die Hochschule das Engagement für ihre Studentinnen und Studenten durch den etwas anderen Fanclub der Frankfurter Wagner-Freunde. Jährlich gehen vier Bayreuth-Stipendien an das Haus in der Eschersheimer Landstraße. Zudem engagiert sich der RWV Frankfurt seit 2015 aktiv in der Gesellschaft der Freunde und Förderer der HfMDK (GFF). Eine Kooperation bestand bereits von 1959 bis 1980, als nahezu alle Bayreuth-Stipendien des Frankfurter Ortsverbandes an die Musikhochschule gingen. Studenten wie die Altistin Ortrun Wenkel oder die Tenöre Robert Schunk, Christoph Prégardien (auch auf der Stifterwand zu finden!) und Wolfgang Schmidt profitierten damals davon. Zwischen 1981 und 2013 gab es dann eine Förderkooperation nur mit dem Dr. Hoch’s Konservatorium. Heute sind diese „Exklusiv-Patenschaften“ Geschichte und junge Künstler aus dem Dr. Hoch’s, der HfMDK sowie der Oper Frankfurt fahren auf Initiative des RWV allsommerlich gemeinsam zu den Bayreuther Festspielen.  20161117_113125

18.10.2016
Adorno und Mahler
Ein musikalischer Vortragsabend mit Alfred Stenger
Wieder einmal war es eine anspruchsvolle Mischung aus Vortrag, historischen Aufnahmen, Klavierspiel und Lied, mit der Dr. Alfred Stenger am 12. Oktober ein interessiertes wie kenntnisreiches Publikum in den Bann gezogen hat. Die Veranstaltung war auch außerhalb der Frankfurter Wagner-Gemeinde auf erfreuliche Resonanz gestoßen und der Engelbert Humperdinck Saal in Dr. Hoch’s Konservatorium folglich gut besetzt.
Adornos Monographie über Gustav Mahler, „eine musikalische Physiognomik“, wie der Autor sie betitelt hatte, zeichne sich durch eine besondere formale und ästhetische Geschlossenheit aus, so Stenger; das große Faszinosum des Buches liegt für ihn darin, dass Adorno dort „die Wellen emotionaler Gegensätze harmonisiert, die in den Sinfonien zutage treten“. Stenger verdeutlichte die Breite dieses Schaffens durch zahlreiche Hörbeispiele. Die Mezzosopranistin Marina Unruh interpretierte vier Mahler-Lieder. Selten zu hören sind Werke des erst 23Jährigen Komponisten, in denen Naturklänge und Kindheitsbilder verschmelzen, wie der „Maitanz im Grünen“ und „Ich ging mit Lust durch einen grünen Wald“. Von den Naturklängen zeichnete Stenger den Bogen über melancholische Lyrismen bis zur Auflösung musikalischer Strukturen im späten Schaffen Mahlers. Aus den Kindertotenliedern, die Adorno als „latentes Kraftzentrum“ gelten, das seine Strahlen über das gesamte Werk Mahlers sendet, trug Marina Unruh zwei Beispiele vor: „Nun will die Sonn so hell aufgeh’n“ und „Oft denk ich, sie sind nur ausgegangen“.
Jahrzehntelang war Mahler in deutschen Konzertsälen nicht zu hören; darauf wies in der anschließenden Diskussion der Musikkritiker Hans-Klaus Jungheinrich hin und bezeichnete diese Zurücksetzung als „schreiendes Unrecht“. Es sei das große Verdienst Theodor Adornos gewesen, mit seinen Schriften Gustav Mahler hierzulande zum Durchbruch zu verhelfen.
Am Mittwoch, 1. März 2017 (19:30 Uhr), stellt unser Mitglied Alfred Stenger „Adorno und Berg“ in den Mittelpunkt seines nächsten musikalischen Vortrages im RWV Frankfurt.

24.09.2016
Siegfrieds Drachenschnitzel & Brünnhildensteak
Was 10 Frankfurter Stipendiaten in Bayreuth erlebten
Das Angebot der Bayreuther „Eule“-Gastronomie hat unsere Stipendiaten immerhin soweit beeindruckt, dass es auch beim Stipendiatenabend am 22. September in ihrer Nachlese-Präsentation auftauchte. Aber die entscheidenden Erlebnisse, über die die sieben Nachwuchskünstler berichteten – drei konnten wegen Prüfung, Grippe oder Wettbewerbsteilnahme nicht dabei sein – waren natürlich andere. „Ich habe noch nie so viele Wagner-Aufführungen in so kurzer Zeit erlebt und dabei so viele weltberühmte Sänger vergleichen können“, erzählte Thomas Faulkner, der den einen oder anderen vom Publikum geliebten Gesangskollegen durchaus auch kritisch bewertet. Obwohl der Bassbariton der Oper Frankfurt an diesem Abend erst noch den Zuniga in „Carmen“ gab, war er nach seinem Auftritt direkt in die „Incantina“ gekommen.
Sophie Wenzel, nicht nur „heller Mezzo“ (Eigencharakterisierung), sondern auch Logopädin, war „schwer beeindruckt von der stimmlichen Hochleistung der Sänger in Bayreuth“. Für Dirigent Michael Meininger war es interessant, das Festspielhaus in den drei Aufführungen aus verschiedenen Sicht- und Hör-Positionen kennenzulernen. Seinen Kollegen Daniel Reith beschäftigte unter anderem die Frage, ob die Spannung nicht verloren geht, wenn man in kurzen Hosen und T-Shirt im Orchestergraben spielt. Die Musiker konnten ihn beruhigen: Der Druck ist weg, die Leistung besser. Trompeter
Malte von der Lühe faszinierte, wie unterschiedlich das Orchester unter den jeweiligen Dirigenten agiert. Penelope Mason hatte „noch niemals eine solch intensive Opernerfahrung“; die junge Sopranistin war zudem begeistert von der Modernität der Inszenierungen. Auch Michael Meininger gefiel es, dass „nichts Altbackenes“ dabei war. „Es kommt nicht immer an, was die Regie macht. Aber man muss sich trauen“, sagt er. Katharina W. wird’s gerne hören.
Für Klarinettistin Dana Barak war das Stipendiatenkonzert „Perlen auf die Ohren“. Dass sie mit Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“ – zusammen mit Daniel Reith am Klavier und Sopranistin Katharina Ruckgaber – einen herausragenden Frankfurter Beitrag zum Konzertprogramm leistete, soll nicht unerwähnt bleiben. Das Allerwichtigste war aber den Bayreuth-Fahrern die Gelegenheit, die vielen anderen Stipendiaten aus aller Welt kennenzulernen, Tipps auszutauschen, neue Freunde zu finden und gleichzeitig die Stars der Bayreuther Festspiele – ob Sänger, wie Stefan Vinke, Regisseure, Musiker oder Dirigenten – aus nächster Nähe zu erleben. Fazit: „Danke für dieses einmalige Erlebnis“. Die „Bayreuth-Nachlese“-Präsentation (5,9 MB-Datei) finden Sie hier
(bitte in der 16-seitigen Präsentation Seite für Seite scrollen)

Intensiver Austausch der Mitglieder mit den Stipendiaten nach der „Bayreuth-Nachlese“-Präsentation

19.08.2016
Auf eine Pfefferhaxe mit Siegfried

Junge Künstler aus Frankfurt beeindrucken in Bayreuth 

Unsere Stipendiaten am 15.08.16 vor dem Festspielhaus – von links nach rechts – vorne: Dana Barak, Sophie Wenzel, Katharina Ruckgaber, Penelope Mason / hinten: Hsiu-Wei Hu, Malte von der Lühe, Iusef Dzhakh-Dzhakh, Thomas Faulkner, Dirk Jenders (RWV FFM), Daniel Reith, Michael Meininger

Wenn sich die 10 Stipendiaten des RWV Frankfurt zum Gruppenfoto vor dem Bayreuther Festspielhaus aufstellen, wird einiges an Platz benötigt. Der förderstärkste Wagner-Verband erregte tatsächlich Aufsehen, als sich die kleine Prozession auf den Weg zum blumengeschmückten „Wagner-W“ machte. Sogar die Polizisten, die sich auf die Inhalte der Damenhandtaschen konzentrierten, traten freundlich beiseite. Vom 13. bis 18. August besuchten die jungen Talente des Dr. Hoch’s Konservatoriums, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie der Oper Frankfurt die Bayreuther Festspiele. Dieses Erlebnis teilten Sie mit 240 anderen jungen Künstlern der Wagner-Verbände aus aller Welt. Auf dem Stipendienprogramm standen die Festspielaufführungen „Der fliegende Holländer“, die Neuproduktion „Parsifal“ sowie „Götterdämmerung“. Katharina Ruckgaber (Sopran), Dana Barak (Klarinette) und Daniel Reith (Klavier) wurden aufgrund ihrer erfolgreichen Bewerbungen zur Teilnahme am Internationalen Stipendiatenkonzert der Richard-Wagner-Stipendienstiftung ins Große Haus der Stadthalle eingeladen. Dort nahm das Trio mit Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“ für sich ein. Drei Tage zuvor kam prominenter Besuch zum traditionellen Abendessen der Partnerverbände aus Frankfurt und Leipzig. Stefan Vinke folgte nur zu gerne der Einladung in die „Lohmühle“, um dort ungezwungen und auf höchst sympathische Weise aus seiner Karriere zu berichten. Der Heldentenor war genau vor 20 Jahren ebenfalls Stipendiat des RWV Mannheim Kurpfalz und konnte sich damals wahrlich nicht vorstellen, dereinst in Partien wie Tristan, Stolzing oder seit 2015 als Siegfried auf der Festspielbühne zu stehen.
Der Heldentenor war genau vor 20 Jahren ebenfalls Stipendiat des RWV Mannheim Kurpfalz und konnte sich damals wahrlich nicht vorstellen, dereinst in Partien wie Tristan, Stolzing oder seit 2015 als Siegfried auf der Festspielbühne zu stehen. Insbesondere den Sängern unter den Stipendiaten gab er wertvolle Ratschläge für ihre berufliche Entwicklung. Kein Wunder also, dass der überaus gelungene Abend bei guten Schoppen, Pfefferhaxe & Co. nur so verflog. Am 22. September werden die Frankfurter Stipendiaten den Mitgliedern im etwas anderen Fanclub von ihren Bayreuther Eindrücken berichten.

Tenor Stefan Vinke (Bildmitte) im Gespräch mit Stipendiaten aus Frankfurt und Leipzig in der „Lohmühle“ / Bayreuth

20.06.2016
Konzert unter vollen Segeln
Die 10 Bayreuth-Stipendiaten des RWV Frankfurt kommen 2016 aus Israel, Australien, Deutschland, England, Taiwan sowie der Ukraine und vertreten ganz unterschiedliche Fächer: Zwei Soprane, ein Mezzosopran und Bassbariton, zwei Dirigenten, ein Komponist, eine Klarinettistin, ein Flötist und Trompeter. Mit ihrem Programm nahmen die jungen Talente ihr Publikum im diesjährigen Frankfurter Stipendiaten-Konzert mit auf eine große musikalische Reise. Gleich zum Auftakt ging es mit Dirigent Michael Meininger und den über 40 (!) Damen und Herren der Stadtkapelle Friedberg quasi unter vollen Segeln auf die Jagd nach dem Weißen Wal (Of Sailors and Whales für sinfonisches Blasorchester von William Francis McBeth). Dirigent Daniel Reith machte durch intensives Klavierspiel mit dem Australier Carl Vine (Klaviersonate Nr. 1) bekannt. Das spanische und italienische Liederbuch (Hugo Wolf) besang Sopranistin Penelope Mason so verführerisch, dass ihr das Publikum nach jedem Lied einen Szenenapplaus gönnte. Mezzosopranistin Sophie Wenzel übererfüllte alle Erwartung (Schönberg) und führte mit Clara Schumann im gleichnamigen Saal des Hoch’schen Konservatoriums  sprichwörtlich an die Loreley. Komponist Hsiu-Wei Hu ließ durch die virtuos spielende, hauchende wie summende Cellistin Hsiang-Yi Yang sein 2014 entstandenes Werk Im Wald (nach Eichendorff: Es ist schon spät, es ist schon kalt) aufführen. Dana Barak begeisterte dank perfekter Instrumentenbeherrschung sowie großartiger Interpretation mit Bernsteins Sonata für Klarinette und Klavier. Katharina Ruckgaber, Sopran im Opernstudio, bedankte sich zur seligen Stunde (Zemlinsky) einer Nuit d’étoiles (Debussy) mit einer hochfeinen Zueignung (Richard Strauss). Iusef Dzhakh-Dzhakh (Querflöte) und Malte von der Lühe (Trompete) rundeten das 2-stündige Konzert mit
Werken von J.D. Braun und Thorvald Hansen ab. Für Bassbariton Thomas Faulkner (Opernstudio) hatte an diesem Abend eine Wozzeck-Probe mit Regisseur Christof Loy aus nachvollziehbaren Gründen Priorität. Er singt darin den ersten Handwerks-burschen.

Glückliche Stipendiaten nach einem großartigen Konzert am 16. Juni 2016 im Dr. Hoch’s Konservatorium (zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)

Glückliche Stipendiaten nach einem großartigen Konzert am 16. Juni 2016 im Dr. Hoch’s Konservatorium (zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)

Die Stipendiaten des RWV Frankfurt besuchen vom 13. bis 18. August die Bayreuther Festspiele und erleben dort u.a. die Aufführungen Der fliegende HolländerParsifal und Götterdämmerung. Zur großen Freude der Frankfurter Wagner-Freunde sind Dana Barak, Penelope Mason und Daniel Reith (alle HfMDK) eingeladen, am 17. August im Internationalen Stipendiaten-Konzert der Bayreuther Richard-Wagner-Stipendien-stiftung mitzuwirken. Das Trio wird das Konzertprogramm mit Der Hirt auf dem Felsen von Franz Schubert bereichern. 

06.06.2016
Der RWV Frankfurt on Tour
Meisterliche „Meistersinger“ in München
Schon lange vor der Premiere waren alle Vorstellungen der Neuinszenierung der „Meistersinger“ an der Bayerischen Staatsoper ausverkauft. Bärbel Franz hatte es durch frühzeitige Initiative trotzdem geschafft, für die Mitglieder des RWV Frankfurt 22 der begehrten Tickets für die Aufführung am 4. Juni zu ergattern. Wer dabei war, erlebte eine musikalisch und sängerisch herausragende Vorstellung.
Kirill Petrenko bestätigte mit dem Bayerischen Staatsorchester eindrucksvoll seine Ausnahmestellung als Wagner-Interpret. Wolfgang Koch wurde für seine Darstellung des Hans Sachs mit besonders lang anhaltendem Beifall gehuldigt, für den Münchner Publikumsliebling Jonas Kaufmann, der einen flapsig-arroganten Stolzing gab, flogen sogar Blumen auf die Bühne. Sara Jakubiak vom Ensemble der Oper Frankfurt beeindruckte als Eva; Markus Eiche konnte der Figur des Sixtus Beckmesser einen ungewohnt tragischen Akzent verleihen. Die insgesamt vergnügliche Inszenierung von David Bösch bot wieder viel fahrbares Gerät auf: einen kleinen Citroen-Laster als mobile Schusterwerkstatt, Mofas für Eva und David, eine elegante Limousine für Pogner und eine elektrische Hebebühne für Beckmessers Ständchen.
Am Vorabend hatte Karl Russwurm, Vorsitzender des RWV München, zu einem eigens für die Frankfurter Gäste arrangierten Vortrag über „Bayreuths inszenierte Skandale“ eingeladen. „Fürchtet Katharina sich vor einem Nicht-Skandal mehr als vor einem Skandal?“ fragte provozierend der Hamburger Musikwissenschaftler Peter Krause. Ein ordentlicher Skandal sorge schließlich für ausgedehnte überregionale Berichterstattung. „Echte“ Inszenierungs-Skandale – wie etwa anlässlich Götz Friedrichs „Tannhäuser“ von 1972 und des „Rings“ von Patrice Chereau – werden, so Krause, zunehmend durch „inszenierte Skandale“ wie um das Hakenkreuz-Tattoo von Jewgeni Nikitin abgelöst. Fast 100 Zuhörer lauschten im vollbesetzten Saal des Künstlerhauses am Lenbachplatz seinem kenntnis- und detailreichen Vortrag. Danach trafen sich die Münchner und Frankfurter Wagner-Fans beim „Wagner-Stammtisch“ und erfreuten sich am regen Austausch.
Zwischen den Wagner-Terminen bot sich den Gästen aus Hessen trotz der heftigen Wolkenbrüche dieses Wochenendes noch ausgiebig Gelegenheit, die kulturellen und kulinarischen Schmankerln Münchens auf eigene Fast zu erkunden und zu genießen.
Mehr finden Sie hier

22.05.2016
Der heilige Gral im Industriebau
Beindruckender Peter-Behrens-Bau in Höchst
Zutreffender hätte es Ulrich Boller, Archivar der Clariant in Höchst, nicht ausdrücken können: Wagners musikdramatische Leitmotivik stand Pate für die großartige Architektur von Peter Behrens im heutigen Industriepark (IP) Höchst. Der Hanseat und Wagner-Verehrer, der auch auf der Darmstädter Mathildenhöhe bauliche Meilensteine setzte, ließ zwischen 1920 und 1924 – unweit des Höchster Schlosses – das imposante „Technische Verwaltungsgebäude“ der ehemaligen Höchst AG errichten. Er nutzte das Stilmittel des Expressionismus, das aber den Barock in seiner Grundanlage nicht verleugnet und den Besucher bis heute verblüfft.

Kuppel-Kristalle im Peter-Behrens-Bau (Foto: Christoph Jenisch)

Kuppel-Kristalle im Peter-Behrens-Bau (Foto: Christoph Jenisch – zum Vergrößern ins Bild klicken)

Die „nur“ 15 Meter hohe Halle erscheint durch damals neue räumliche Dimensionen viel höher und bietet unter den drei Kuppeln in Form chemischer Kristalle bis heute ein so nie erlebtes Farbspektrum. „Umbautes Licht“ wird hier nicht zum Widerspruch, sondern zur Maxime. Der Umzug des damaligen Vorstands in das neue IG-Farben-Haus im aufstrebenden Frankfurter Westend leitete bereits 1925 den Bedeutungsverlust des Behrens-Baus ein. So erklangen die von ihm konzipierten „Parsifal“- und „Lohengrin“-Motive nie von dessen Glockenturm, die dem hart arbeitenden Menschen Schichtbeginn und -ende ankündigen sollten. Wer heute das gralsverwandte Raumwunder des Industriebaus erleben will, sollte sich, wie die 22 Mitglieder und Gäste unseres Verbandes, um eine Führung im IP Höchst bemühen, es lohnt sich.

Wagners Gralsburg als Leitmotiv (Foto: Christoph Jenisch – zum Vergrößern ins Bild klicken)

Einen ausführlichen Bericht unseres Besuchs am 19.05.16 finden Sie hier

22.04.2016
Wagners Scheitern in Paris
Le Vaisseau Phantôme (Der doppelte Holländer) entdeckt von Markus Kiesel
Ständige Geldnot zwang Wagner, der Pariser Oper seinen Prosaentwurf zum Fliegenden Holländer anzubieten. Zudem gelang es ihm nicht, für sein Werk dort einen bezahlten Kompositionsauftrag zu erhalten. Auf der ständigen Suche nach Sujets und ausgerichtet an der Mode war der Bedarf der Grand Opera an Opernstoffen enorm, man könnte auch von einer Opernindustrie sprechen. So erhielt der Chorleiter des Hauses, Pierre Louis Dietsch, den Stoff und ließ das französische Libretto von Paul Foucher und Henry Révoil erstellen. In seinem Vaisseau Phantôme, das im November 1842 uraufgeführt wurde, handelt es sich um ein von Wagner unabhängiges Werk, nur die Grundstory haben beide gemein. So heißt der Holländer bei ihm Troil, Senta ist Minna, Daland ist Barlow und aus Erik wird Magnus (ein Priester!).

Pierre Louis Dietsch und Richard Wagner – Komponisten des „Doppelten Holländers“

Während die Komposition Dietschs als elegant, kunstvoll oder vornehm bezeichnet werden kann und sich ganz in den Kontext eines späten Donizetti oder frühen Gounods einordnen lässt, muss der im Januar 1843 in Dresden uraufgeführte Fliegende Holländer von Richard Wagner – zumindest in den Ohren des damaligen Publikums – als absolute Zumutung empfunden worden sein. Diese These vertrat gestern zumindest Dr. Markus Kiesel in seinem launigen wie genialen Vortrag über den „Doppelten Holländer“. Rossini soll beim Studium der Wagner-Partitur darum gebeten haben, dieselbe zu schließen: „Es zieht!“ – pausenloser Sturm – ein Donnerschlag in die Opernepoche also. Für Kiesel unerklärlich bleibt, warum sich Wagner 1861 zur Umarbeitung des Holländers mit Harfe und finalem Erlösungsmotiv entschlossen hat. War dies doch ein spätes und letztlich für ihn hoffnungsloses Zugeständnis an die Pariser Mode? Ausgerechnet Meyerbeer sollte 1865 seine Seefahrer-Oper Vasco da Gama genau in diesem Stile zum Triumph führen und auch Dietsch bediente sich schon 1842 zur Freude des Publikums des finalen Erlösungsmotivs. Freunde wurden Wagner und Dietsch nie. Letzterer dirigierte im März 1861 den Tannhäuser-Skandal und blieb für immer Wagners Schreckensdirigent. Markus Kiesel holte Dietschs Werk nach 165 Jahren aus dem Fundus der Pariser Oper und sorgte im Wagner-Jahr 2013 für eine Wiederaufführung bei gleichzeitiger Gegenüberstellung mit Wagners Version. Die französische (!) CD-Produktion mit Marc Minkowski ist eine absolute Hörempfehlung!

09.03.2016
50 Jahre RWV Paris
Reise zu einem Fest unter Freunden

Im Musée d'Orsay: Richard Wagner von August Renoir

Im Musée d’Orsay: Richard Wagner von August Renoir (zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)

 

Der Cercle National Richard Wagner Paris feierte am 6. März sein 50jähriges Jubiläum. 22 Mitglieder unseres etwas anderen Fanclubs haben mitgefeiert. Eröffnet wurde das Festwochenende mit den Meistersingern in der Opera Bastille, und Paris konnte die Besucher trotz eines april-launigen Wetters von seinem Charme und seiner Pracht überzeugen.

Einen ausführlichen Reisebericht über das Festwochenende finden Sie hier

 

 

 

22.02.2016
Ungewöhnliche Seherlebnisse
Besuch in der Fotokunst-Sammlung der DZ-Bank

Die aktuelle Präsentation ab 9. März im ART Foyer der DZ Bank

Die aktuelle Präsentation ab 9. März im ART Foyer der DZ Bank (zum Vergrößern bitte ins Bild klicken)

Natürlich sind in der Fotokunst-Sammlung der DZ-Bank Barbara Klemms berühmte Politikerfotos zu sehen und ihre berührenden Bilder vom Alleinsein des Besuchers im Berliner Holocaust-Denkmal. Sie korrespondieren dort mit Fotokunst, die neben einer leistungsfähigen Kamera, einem sicheren Blick, dem Gespür für den richtigen Moment und den neuen digitalen Möglichkeiten erstaunliches zusätzliches „Handwerkszeug“ einsetzt. Unsere Mitglieder konnten sich am 18. Februar im „Kronenhochhaus“ einen Eindruck davon verschaffen.
Beispiele aus der Sammlung, die mittlerweile über 7000 Objekte von mehr als 800 Fotokünstlern umfasst, finden Sie hier

22.01.2016
Musik ist etwas Körperliches
Sommerferien im mystischen Abgrund Bayreuths
Juli 2015 in Bayreuth, 38 Grad im Schatten. Statt seinen verdienten Urlaub im heimischen Freibad oder irgendwo am Meer zu verbringen, zwängt sich Matthias Höfer in den engen, heißen Orchestergraben des Bayreuther Festspielhauses, spielt im Festspielorchester die Bassklarinette, geht im Klangwunder der einmaligen Akustik auf und ist glücklich. Seit 2009 geht das so, Sommer für Sommer. Warum er sich das antut? „Weil es Spaß macht!“ Matthias Höfer (47) ist Solo-Klarinettist im Frankfurter Museums- und Opernorchester und hat zudem in Bayreuth eine Funktion als Orchestervorstand inne. Seine Motivation, während der Ferien in Bayreuth zu spielen, liegt in der energetischen Dichte, der Präzision, ja der Phrasierungsqualität seiner Musikerkollegen und am genius loci sowieso. Im ersten Mitglieder-Jour Fixe des neuen Jahres gewährte uns unser Gast spannende Einblicke in den Bayreuther Festspielbetrieb, eben aus Perspektive des mystischen Abgrunds, wie der Orchestergraben auf dem Grünen Hügel auch genannt wird.

Matthias Höfer präsentiert sein Instrument, die Bassklarinette (Foto: Alex Sorokin)

Matthias Höfer präsentiert sein Instrument, die Bassklarinette (Foto: Alex Sorokin)

14.12.2015
Advent bei Familie Hindemith: eine Entdeckung!

Cellist Kilian Fröhlich interpretiert Bach und Hindemith

Cellist Kilian Fröhlich interpretiert Bach und Hindemith

 


So sahen es viele der 30 anwesenden Mitglieder im Richard-Wagner-Verband (RWV) Frankfurt, die erstmals den Kuhhirtenturm in Sachsenhausen besuchten und am 5. Dezember 2015 – nicht nur – bei Dresdner Christstollen und Söhnlein Rheingold-Sekt zu einem adventlichen Treffen zusammenkamen.

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05.11.2015
… dem Vogel, der heut‘ sang …

René Kollo schreibt, liest und diskutiert gegen gängige Wagner-Klischees
Antisemit, Frauenfeind und undankbarer Verschwender – für René Kollo sind diese auf Richard Wagner gemünzten Beschreibungen einfach nur infame und diffamierende Vorurteile. Gestern las der Berliner Tenor auf Einladung des RWV Frankfurt aus seinem Buch … dem Vogel, der heut sang… und stellte den zahlreich erschienenen Zuhörern im Hoch’schen Konservatorium seine ganz persönliche (Sänger-)Sicht auf den Bayreuther Welt- und Menschheitsverbesserer vor. In jeder Buchzeile und Aussage erkennt man Kollos Liebe und Verehrung zum Jahrtausendgenie, dessen Rollen er über 30 Jahre auf den Bühnen dieser Welt verkörpert hat. Den einen sprach der prominente Gast mit seinen Argumenten und mit seiner schonungslosen „Generalkritik“ am heutigen Opernbetrieb – gerade auch in Bezug auf Bayreuth! – aus der Seele. Andere hinterließ er eher ratlos. Doch schwang in der anschließenden regen Publikums-diskussion große Bewunderung und Respekt vor der Sängerpersönlichkeit mit, die seinen Fans nicht nur in Partien wie Lohengrin, Siegfried, Tristan oder Parsifal in Erinnerung bleiben wird. Das besprochene René Kollo-Buch „Richard Wagner – dem Vogel, der heut sang“ ist im Lau-Verlag erschienen (22 €  /  ISBN 978-3-95768-139-3).

René Kollo zu Gast im RWV Frankfurt (Foto: Funkturm-Verlag, Berlin)

René Kollo zu Gast im RWV Frankfurt (Foto: Funkturm-Verlag, Berlin)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

25.09.2015
Adorno und Wagner
Ein musik-ästhetischer Abend in Bier- und Weinstuben
Ist es möglich, Theodor W. Adornos auf Richard Wagners Gesamtkunstwerk angewandte scharfe Intellektualität in zwei Stunden umfassend und dabei auch noch unterhaltsam zu ergründen? Ja, Alfred Stenger und seine Gäste haben das kleine Wunder gestern Abend vollbracht. Über 100 Besucher im vollbesetzten Engelbert Humperdinck Saal des Hoch’schen Konservatoriums erlebten eine überaus geglückte Kombination aus Vortrag (Alfred Stenger), Rezitation (Christoph Jenisch) und Konzert (Sopranistin Marina Unruh mit drei Wesendonck-Liedern). Im Mittelpunkt stand Adornos 1952 erschienene Monographie Versuch über Wagner. Darin philosophiert der Frankfurter Soziologe über Phantasmagorien im Tannhäuser („Zuviel! Zuviel! Oh, daß ich nun erwachte!“), setzt Tannhäuser, Parsifal sowie Tristan in wechselseitige Beziehungen und nimmt (Adorno war selbst ein sensibler Pianist) detaillierte Klanganalysen vor, so die Bedeutung des Orgelspiels im Lohengrin, der Blechbläser im Parsifal sowie des Englischhorn-Solos im Tristan. Stenger deckte zudem Allzumenschliches auf. So dürfte Der Holländer eher nicht zu Adornos Lieblingsopern gezählt haben, den Meistersingern begegnete er jedoch mit spürbarer Begeisterung (Wagner und Bayreuth, 1966). Freunde des Nibelungen-Ringes gehen bei Adornos Betrachtungen eher durch ein Wechselbad der Gefühle. All dies wurde mit ästhetischer Leichtigkeit und klug ausgewählten Musikbeispielen präsentiert. Mit der vom Referenten virtuos dargebotenen Klaviertranskription Isoldens Liebestod (Franz Liszt) wurde das aufmerksame Publikum in die sternenklare Frankfurter Nacht entlassen.

09.08.2015
Abschied von possierlichen Nagern
Frankfurter Stipendiaten auf Bayreuths Grünem Hügel
Das Publikum hat sie lieben gelernt, die Lohengrin-Ratten von Hans Neuenfels. Leider verlassen die Nager nach sechs Jahren das Festspielhaus und man wird sie vermissen. Gut also, dass unsere neun Frankfurter Stipendiaten und ihre 240 Kommilitonen aus aller Welt noch in den Genuss dieser Erfolgsproduktion kamen.

Unsere Stipendiaten vor dem Festspielhaus in Bayreuth

Unsere Stipendiaten 2015 vor dem Festspielhaus in Bayreuth

Die Geschichte von Elsa und ihrem Schwanenritter eröffnete am 4. August die Stipendiatenwoche 2015. Zudem standen Siegfried in der Regie von Frank Castorf und die Neuinszenierung Tristan und Isolde von Katharina Wagner auf dem Stipendienprogramm. Weitere Highlights waren eine Begegnung mit dem Ring-Dirigenten und frisch gekürten Chef der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko sowie ein Stipendiatenkonzert in der Bayreuther Stadthalle. Der genius loci begeisterte unsere jungen Talente und versetzte sie in Erstaunen. Wie ihnen das Festspielerlebnis insgesamt gefallen hat, erzählen sie im Jour Fixe am 8. Oktober und wir sind schon gespannt auf den Bericht aus Bayreuth.

30.06.2015
Auftakt vergeigt! – Chance verspielt?
Neuer RWVI-Präsident polarisiert Wagner-Verbände
Im Nordbayerischen Kurier erschien am 19. Juni 2015 ein Interview des neuen Präsidenten im Richard-Wagner-Verband International (RWVI): „Wagner-Verbände: Horst Eggers vor schwierigen Aufgaben„. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir das Interview hier nicht wiedergeben. Die dort gemachten Aussagen können nicht unwidersprochen bleiben. Auch bei abermaliger Wiederholung unzutreffender Vorwürfe gegen seinen Amtsvorgänger werden diese nicht wahrer. Zudem vermisst der RWV Frankfurt eine eigene Handschrift des neuen Präsidenten für sein Programm der kommenden vier Jahre. Nach jahrelangen internen Streitigkeiten hätten wir uns auf jeden Fall einen klügeren und wahrhaftigeren Start gewünscht. Eine zukunftsorientierte, visionäre Präsidentschaft sieht anders aus. Unseren Leserbrief an den Nordbayerischen Kurier finden Sie hier.

21.06.2015
Schülerinnen und Schüler für die Musik begeistern
Philip Schütz leitet die Musikschule Stadtallendorf
Heute wurde Philip Schütz (31) mit einem musikalischen Gottesdienst feierlich in sein neues Amt als Leiter der evang. Sing- und Musikschule Stadtallendorf eingeführt. Unser RWV-Stipendiat des Jahres 2014 erfüllt sich damit einen Traum: „Ich freue mich sehr, nach meiner Studienzeit musikalische Verantwortung zu übernehmen und Schülerinnen und Schüler für die Musik zu begeistern.“ Der in Kassel (Universität) und Frankfurt (Dr. Hoch’s) vielseitig ausgebildete Pädagoge und Musiker wird seine Wirkungsstätte mit neuen Ideen bereichern. Seine Liebe gehört der Trompete, dem Orgelspiel sowie der Komposition und dem Arrangement von Literatur für Blechbläser. Der RWV Frankfurt gratuliert und wünscht Philip Schütz viel Freude und Erfolg.

08.05.2015
Ah, quel concert
Bayreuth-Stipendiaten: 12 Punkte / 12 points

In einem mit viel Herzblut und Enthusiasmus zusammengestellten Programm stellten sich gestern unsere neun Bayreuth-Stipendiaten 2015 im ausverkauften Saal des Dr. Hoch’s vor. Die jungen Talente aus der Oper Frankfurt, HfMDK und Hoch’schen brachten über 20 Künstlerkollegen mit und präsentierten virtuos ein außergewöhnlich vielseitiges Programm: Vivaldi (Mezzosopran mit Streichquartett & Cembalo), Liszt (Klavier), Gounod & Offenbach (Mezzosopran), Fauré (Vokalensemble mit Orgel), Sulek (Posaune), Piazzolla (Cello) und eine Eigenkomposition des Drummer-Duos Moos/ Mehnert. Als weitere Gastsolistin sang Sopranistin Elizabeth Reiter (RWV-Stipendiatin 2012, Oper Frankfurt) aus Tränen des Messers von Bohuslav Martinu. Die im Konzert vorgestellte Frankfurter Erstaufführung seiner Drei Einakter feiert am 4. Juli im Bockenheimer Depot Premiere.

17.02.2015
RWV Frankfurt stockt nochmals Stipendien auf
2015 fahren 9 Nachwuchskünstler nach Bayreuth

Die außerordentlich hohe Qualität der Bewerber um ein Bayreuth-Stipendium bewog den RWV Frankfurt, seine Nachwuchsförderung für dieses Jahr ein zweites mal aufzustocken. Nunmehr kommen 9 junge Bühnenschaffende u.a. in den Genuss der Bayreuther Festspiele. Vom Dr. Hoch’s Konservatorium: Diana Mangold (Mezzosopran) – Tobias Mehner (Schlagzeug) – Frederik Moos (Schlagzeug) – Rebekka Viehl (Klavier) / von der HfMDK Frankfurt: Daniel Görlich (Dirigent) – Philippe Schwarz (Posaune) – Christoph Wagner (Cello) / von der Oper Frankfurt: Nikolai Petersen (Dirigent) – Mareike Wink (Dramaturgin). Seit 1969 wurden in Frankfurt nicht mehr so viele Förderungen in einem Jahr vergeben.

27.01.2015
Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit!
Über 10.000 Bürger gegen Rassismus

Der Richard-Wagner-Verband Frankfurt trat dem aus rund 150 Verbänden, Parteien und Vereinen bestehenden Römerbergbündnis bei und beteiligte sich gestern aktiv an der Kundgebung auf dem Römerberg. Mindestens 10.000 Menschen jeden Alters und vieler Nationalitäten zeigten dort Flagge für ein tolerantes und buntes Frankfurt. Dirk Jenders, RWV-Vorsitzender, begründet das Engagement seines Vereins so: „Als kulturell interessierte und weltoffene Bürger unserer Stadt Frankfurt lehnen wir alle Angriffe gegen Menschen in unserer Mitte ab, die politisch, religiös, ethnisch oder aufgrund sexueller Orientierung motiviert sind. Rassismus und Intoleranz haben in Frankfurt keinen Platz.“

02.12.2014
RWV Frankfurt mit 8 jungen Künstlern in Bayreuth
Zusätzliche Stipendien dank Mitgliederzuwachs

Die Qualität seiner Talentförderung und das vielfältige Programmangebot bescheren dem etwas anderen Fanclub ein kontinuierliches Mitgliederwachstum. Anders als in den meisten der weltweit rund 140 Wagner-Verbände hat sich die Zahl der in Frankfurt organisierten Musikfreunde seit 2010 mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung versetzt den Verband finanziell in die Lage, seine satzungsgemäße Förderaufgabe auszuweiten. Auf ihrem Weg in die Professionalisierung können statt bisher 6 nunmehr 8 junge Bühnenschaffende mit einem Bayreuth-Stipendium begleitet werden. Von der Aufstockung profitieren die Oper Frankfurt und die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) mit je einem zweiten Stipendium. Das Hoch’sche Konservatorium erhält unverändert 4 Förderungen. Insgesamt 250 Nachwuchs-künstler aus aller Welt erleben vom 3. bis 8. August 2015 u.a. die Bayreuther Festspielaufführungen Lohengrin, Siegfried sowie die Neuproduktion Tristan und Isolde.

16.11.2014
Rheingold-Preis 2014 für Terje Stensvold
Wotans ehrenvoller Abschied von den Bühnen der Welt
Mit dem Färber Barak verabschiedete sich Terje Stensvold in der Dernière von Die Frau ohne Schatten (Richard Strauss) von der Opernbühne. Seit 15 Jahren ist der 71 jährige Ausnahmesänger aus Norwegen regelmäßig zu Gast in Frankfurt. Hier gab der Bariton u.a. den Fliegenden Holländer, Jochanaan, Balstrode und Don Pizarro. Seinen größten Erfolg feierte er als Wotan in Wagners Ring des Nibelungen. Nach einer launigen Verabschiedung durch Intendant Bernd Loebe und Ensemblemitglied Tanja Ariane Baumgartner noch auf der Bühne des ausverkauften Hauses, wurde ihm anschließend im 1. Rang-Foyer der Rheingold-Preis 2014 verliehen. Damit würdigt der Richard-Wagner-Verband Frankfurt die außerordentlichen Verdienste des Wagner-Interpreten. Die Laudatio hielt der erste Rheingold-Preisträger von 2010, GMD Sebastian Weigle. Mit dem undotierten Preis ist eine Ehrenmitgliedschaft in Frankfurts etwas anderem Fanclub verbunden.

17.08.2014
Auf dem Grünen Hügel sprudelt nicht nur Erdöl
Unsere Mitgliederzahl knackt 150er-Marke in Bayreuth
250 Stipendiaten aus aller Welt, davon 6 unseres Frankfurter Verbandes, reisten vom 4. bis 8. August zu spannenden Festspieltagen nach Bayreuth. Die jungen Künstler sahen den in heutiger Geschäftswelt ange-siedelten Fliegenden Holländer (Jan Philipp Gloger), Die Walküre auf den Erdölfeldern Baku’s zu Beginn des 20. Jahrhunderts (Frank Castorf) und Lohengrin im Rattenlabor (Hans Neuenfels). Dabei ließen sie sich von den ganz unterschiedlichen Regieansätzen inspirieren sowie von Sängern, Chor und Orchester begeistern. Über ihre Eindrücke berichten unsere Stipendiaten im Jour Fixe am 22.09. Während der Festspiele konnten wir 3 neue Mitglieder für unseren etwas anderen Fanclub gewinnen und freuen uns aktuell über 152 Mitglieder.

27.06.2014
Wenn Fußball zur schönsten Nebensache wird
Stipendiaten zaubern und begeistern im Hoch’s
Draußen feierte ein Autokorso den Einzug unserer Nationalmannschaft ins WM-Achtelfinale und drinnen im Saal des Dr. Hoch’s genoß das Publikum unsere dies-jährigen Bayreuth-Stipendiaten in einem attraktiven Konzert. Auf hohem Niveau spannten die jungen Talente einen musikalischen Bogen von Richard Strauss (Shifu Kosaka, Horn), Bacewicz und Beethoven (Rebecca Zimmermann, Violine) über Wagner und Liszt (Jiye Song, Klavier), Purcell, Mozart und Gounod (Vanessa Katz, Mezzosopran) bis hin zum Armenier Arutjunjan (Philip Schütz, Trompete). Nora Friedrichs, die Sopranistin aus dem Opernstudio Frankfurt, dankte mittels Videobotschaft für das Stipendium, da sie zeitgleich zum Konzert in Rusalka debütierte. Vom 3. bis 8. August erleben die sechs Künstler den Fliegenden Holländer, Die Walküre und Lohengrin auf dem Grünen Hügel von Bayreuth. Zudem erwarten sie in einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm persönliche Begegnungen mit den Festspieldirigenten Kyrill Petrenko und Christian Thielemann.

11.04.2014
Levi oder Die Reise zu Richard Wagner
Der Uraufführungsdirigent des Parsifal von 1882, Hermann Levi, stand gestern im Mittelpunkt einer Lesung mit Rolf Schneider. Der 1932 in Chemnitz geborene Schriftsteller schrieb bereits vor 25 Jahren einen Roman über den jüdischen Dirigenten, dessen masochistische Wagner-Verehrung einer weitgehenden Selbstverleugnung gleichkam. In seinem Werk verwebt Schneider persönliche Bayreuth-Erfahrungen mit der Levi-Biografie und mit Fiktion. Dank der lebendigen Orts- und Personen-beschreibungen hatte man das Gefühl, live dabei zu sein, wenn Levi ab 1839 in einem liberalen jüdischen Vaterhaus in Gießen aufwächst, um nur eine Zeile später – im zweiten Erzählstrang – plötzlich seinen Sitznachbarn im Bayreuther Festspielhaus wiederzuerkennen, vielleicht auch sich selbst. Die sich anschließende Diskussion über das problematische Verhältnis von Levi zu Richard und Cosima Wagner entließ manchen Besucher durchaus nachdenklich in die Nacht.

17.01.2014
Richard Wagner der Europäer
Dieter David Scholz zu Gast im RWV Frankfurt

Im gestrigen Mitglieder-Jour Fixe stellte Kulturkorrespondent, Autor und ARD-Hörfunkjournalist Dieter David Scholz die europäische Dimension im Leben und Werk Richard Wagners in den Mittelpunkt seines Besuchs bei den Frankfurter Wagner-Freunden. Der Autor von Richard Wagners Antisemitismus oder Ein deutsches Mißverständnis. Richard Wagner zwischen Barrikade und Walhalla bewies anhand von Schriften, Briefen und Tagebüchern des Bayreuther Meisters sowie von Zeitzeugen, dass es ohne Wagners Erfahrungen in und mit Europa keinen Ring des Nibelungen, ja auch keine Meistersinger von Nürnberg geben würde. Dafür steht auch sein Ausspruch Hinweg aus Deutschland gehöre ich. Scholz schaute pointiert wie kurzweilig nicht nur auf die Biografie Wagners, sondern legte auch manches Defizit im aktuellen Wagner-Theater offen. Eine muntere Diskussion schloss sich an und rundete den Abend ab.

14.11.2013
Ein Flügel auf Tour
Wagners Steinway zu Gast in Frankfurt

Zum ersten Mal seit 1876 verließ Wagners Salonflügel die Villa Wahnfried, um anderenorts gespielt zu werden. Gestern erklang die „alte Dame“ im Rahmen einer kleinen Deutschland-Tournee im Frankfurter Steinway-Haus. Geladen hatte das Pianohaus im Westend und der RWV Frankfurt. Lena Neuß interpretierte virtuos Liszt und Wagner sowohl solo als auch einfühlsam den lyrischen Bariton Johannes Wilhelmi begleitend (beide Künstler waren RWV-Stipendiaten 2009). Klangästhet Alfred Stenger trug zudem seine romantische As-Dur-Klangkollage vor, die Auszüge aus Wagners Klavierwerken elegant mit Themen aus den Opern Lohengrin, Meister-singer von Nürnberg und Tristan verband. Gastreferent Dr. Sven Friedrich, Direktor des Richard Wagner Museums Bayreuth, erfreute die über 70 Gäste mit einem geschichtlichen Abriss rund um den Wagner Flügel in Wahnfried, auf dem nicht nur der Bayreuther Meister spielte, sondern auch Größen wie Liszt und Rubinstein. Möglich wurde der Besuch des historischen Instruments aufgrund des Um- und Erweiterungsbaus der Villa Wahnfried, für dessen Realisierung Friedrich die Frankfurter Wagner-Freunde auch um finanzielle Unterstützung bat.

22.05.2013
Herzlichen Glückwunsch, Richard!
552 Wagner-Fans zum 200. in Leipzig

Ein Programm der Extraklasse bot der Internationale Richard-Wagner-Kongress vom 18. bis 22. Mai in Leipzig. In der ganzen Stadt begegnete man dem Musikgenie anläßlich seines 200. Geburtstages, was nicht verwundert, wurde der spätere Bayreuther Meister doch am 22. Mai 1813 in der sächsischen Messestadt geboren. In der Oper erlebten die weltweit angereisten Wagner-Fans seine Musikdramen Rheingold, Die Meistersinger von Nürnberg und Parsifal. Ausflüge nach Bad Lauchstädt (mit großartigem Stipendiatenkonzert im Goethe-Theater), nach Gut Ermlitz und Müglenz führten die Gäste an authentische Wagner-Stätten. Die Leipziger Notenspur, der Tenor Klaus Florian Vogt und das MDR Sinfonie-orchester nebst Rundfunkchor erhielten mit weiteren Künstlern wie Armin Müller Stahl und Angelika Kirchschlager den Europäischen Kulturpreis. Zur festlichen Gala am Vorabend des Geburtstages lud die Europäische Kulturstiftung Pro Arte. Am Geburtstag selbst richtete die Geburtsstadt einen Festakt in der Oper und der Wagner-Verband Leipzig seine traditionelle Bürger-Kaffeetafel in der Innenstadt aus. Unser Verband nahm mit 20 Mitgliedern am Festprogramm teil und hat die Tage – auch dank der perfekten Organisation durch unsere Leipziger Freunde – sehr genossen.

29.04.2013
Tristan und Isolde2 im Treibhaus
Vera Nemirova inszeniert Hochspannung in Bonn

Gestern erlebten die angereisten Frankfurter Wagner-Fans eine in jeder Hinsicht spannende Opernpremiere mit Isolde im Doppelpack. Die Blütenpollen-Explosion machte es Dara Hobbs unmöglich, der irischen Maid eine Stimme zu geben. Sabine Hogrefe sprang kurzfristig ein, um der Partie vom Bühnenrand einen warmen, bronzenen Ausdruck zu verleihen. So konnte sich Hobbs auf die Darstellung konzentrieren und zeigte alle Facetten ihres intensiven Spiels. Hatten die Matrosen noch ihre männliche Dominanz am Weiblichen (Brangäne) ausgelassen, so war es Isolde (Hobbs), die Tristan (Gambill) kurz darauf mit allen Mitteln weiblicher Sinnlichkeit in den sprichwörtlichen Liebes-Tod-Wahnsinn trieb. Wie immer bei Vera Nemirova stand das Zwischen-menschliche in starken Gesten und Bildern im Vorder-grund. Lange hat man Tristan und Isolde nicht mehr so intensiv küssen und in höchster Lust erlebt. Am 20.10.13 inszeniert Nemirova Lohengrin in Basel – man darf erneut gespannt sein.

25.02.2013
Der RWV Frankfurt im hr2-Kulturfrühstück
Dirk Jenders im Gespräch mit Ria Raphael

In diesem Jahr ist das nächste große Jubiläum zu begehen: Weltweit feiert man den 200. Geburtstag Richard Wagners – und das ist natürlich auch ein besonderes Jahr für den Ortsverband in Frankfurt. Wie der Richard-Wagner-Verband Frankfurt diesen Geburtstag feiert, welche Aktivitäten er seinen Mitgliedern, aber auch der interessierten Öffentlichkeit bietet und warum ihn die Musik des Bayreuther Meisters bis heute fasziniert, das berichtete Dirk Jenders im Sonntagsgespräch am 24.2.13 auf hr2 / Kultur. Den Podcast finden Sie in der Rubrik Über uns (Quelle: hr2 / Kultur / Das Kulturfrühstück).

02.02.2013
„Wagner & Me“ am 14.02.13 im Filmmuseum Frankfurt
Zum 130. Todestag von Richard Wagner, dessen die Musikwelt am 13. Februar gedenkt, zeigt das Film-museum in Kooperation mit dem RWV Frankfurt am Donnerstag, 14. Februar, die BBC-Dokumentation „Wagner & Me“. Filmbeginn ist um 20:30 Uhr (OmU). Der britische Schauspieler, Schriftsteller und TV-Moderator Stephen Fry beschäftigt sich auf eindringliche Weise mit Richard Wagner – dem wohl umstrittensten Komponisten der Musikgeschichte. Wagners offener Antisemitismus, die Einbindung seines Werkes in die Nazipropaganda und Frys eigene jüdische Abstammung lassen eine bedingungslose Verehrung des Musikgenies nicht zu, gleichzeitig liebt Fry die Kompositionen des Exzentrikers. Kann man Wagners Werk losgelöst von seiner Persönlichkeit und seiner historischen Rolle genießen? Fry reflektiert diese und weitere Fragen auf sympathische Weise. Die Dokumentation gewährt einzigartige Einblicke in das Leben Richard Wagners und hinter die Kulissen der Bayreuther Festspiele – begleitet von der außer-gewöhnlichen Musik Wagners. Ein besonderer Kinoabend.

10.10.2012
Auf Wagners Spuren in Luzern und im Baltikum
Reiseberichte des RWV Frankfurt
Vom 8. bis 11. September 2012 reisten Mitglieder unseres Verbandes zum Lucerne Festival in die Zentralschweiz. Natürlich nutzten wir die Gelegenheit, dort auf Wagners Spuren zu wandeln. Einen Reisebericht finden Sie hier.
Nur wenige Tage später starteten wir erneut auf große Fahrt. Vom 27. September bis 3. Oktober 2012 besuchten wir gemeinsam mit unserem Partnerverband Leipzig die lettische Metropole Riga. Wagner war dort von 1837 bis 1839 Kapellmeister. Ebenfalls im Programm standen das litauische Klaipeda – vormals Memel – sowie Nidden auf der Kurischen Nehrung. Den Reisebericht finden Sie hier.

15.11.2010
Höhepunkte unseres Benefizkonzertes vom 5.11.10 auf youtube
Erleben Sie in HD-Qualität diese Programmpunkte unseres Jubiläumskonzertes im Dr. Hoch’s Konservatorium:
„Humorvolle Begegnung mit Richard Wagner“ – Arrangement für Kammerorchester von Daniel Spogis und die begeistert aufgenommene Erstaufführung eines 
Chor-Arrangements
von Kurosh Egthesadinia, das „Treulich geführt“ aus Lohengrin mit dem „Wach-auf“-Chor aus „Die Meistersinger“ verbindet.