Veranstaltung am 27.11. fällt aus

Mit Bedauern sagen wir die musikalische Lesung Eine Pilgerfahrt zu Beethoven, am Samstag, 27. November 2021, um 15 Uhr im Dr. Hoch’s Konservatorium ab.

Mit dieser Maßnahme wollen wir einen Beitrag zur Reduzierung sozialer Kontakte und somit der Corona-Infektionszahlen leisten.

Den ersten Impuls spüren

RWV Frankfurt sponsert zweitägigen Meisterkurs mit Pianist Daniel Heide am Dr. Hoch’s Konservatorium

Mit vollem Einsatz für den Nachwuchs: Daniel Heide – Foto: RWV Frankfurt (zum Vergrößern ins Foto klicken)

18 Schüler und Studierende des Dr. Hoch’s Konservatoriums bewarben sich um eine Teilnahme am Meisterkurs für Kammermusik & Liedbegleitung, der am 12. und 13. November in der Musikakademie im Frankfurter Ostend stattfand. 12 von ihnen wählte das Direktorium zunächst aus. Dass diese bereits stattliche Zahl im Verlauf der spannenden zwei Tage noch auf 15 Teilnehmende anwuchs, lag am aus Weimar angereisten „Meister“, dem Pianisten > Daniel Heide. Seine gewinnende Herangehensweise bei der Arbeit mit den jungen Talenten sprach sich blitzschnell im Haus herum.

Wer als Zaungast dabei war, wurde Zeuge, mit welcher Freude, ja Hingabe Daniel Heide seine musikpädagogische Erfahrung aus 13 Jahren Dozententätigkeit in Berlin und Weimar ebenso einbrachte, wie die virtuose Interpretationskunst des international gefragten Liedbegleiters und Konzertpianisten. Als Partner renommierter Gesangssolisten, darunter Christoph Prégardien, Andrè Schuen, Konstantin Krimmel und Simone Kermes, hat er bisher über 70 Liederabende aufgeführt. Mit dem Bassisten Andreas Bauer Kanabas spielte er soeben den „Schwanengesang“ von Franz Schubert ein. Diesen Liederabend gaben beide Künstler dem RWV Frankfurt im vergangenen Juni; die CD kommt 2022 heraus.

Mit großer Empathie holte er jeden Kursteilnehmenden genau dort ab, wo sie bzw. er sich in der Ausbildung gerade befindet. Und diese Ausgangslage war höchst divers. Vom 18-jährigen Pre-Collage-Schüler (Studienvorbereitung) bis zum über 30-jähringen „Bachelor of Music“-Aspiranten reichte die Bandbreite. Schnell wurde deutlich, dass die Vermittlung von Technik in der Ausbildung dominiert. Dabei fällt dem „körperlichen Aufbau bereits vor Erklingen des ersten Tons“ und dem gestalterischen Element durch Mimik und Gestik eine ebenso hohe Bedeutung zu – gerade bei der Interpretation eines Liedprogramms. So ermunterte Daniel Heide beispielsweise dazu, mit einem Musikstück nicht aus dem Stand loszulegen, sondern sich zuvor „den ersten Impuls zu erspüren“. Auch die Interaktion zwischen Pianist und Sänger während des Vortrags sei elementar. Überhaupt brauche man im Studium  Sparringspartner, mit denen man beständig Programme erarbeite. „Einzelkämpfer haben es schwer.“ 

Die Werke, die von den jungen Leuten in den Kurs eingebracht wurden, hatten es zum Teil in sich, was den Profi erstaunte. So fanden sich darunter schwere, komplexe Lieder, wie „Die junge Nonne“ von Franz Schubert oder „Von ewiger Liebe“ von Johannes Brahms. Es gäbe große Namen im Klassikbetrieb, die für eine gelungene Wiedergabe eines solchen Repertoires durchaus bis zu 15 Jahre benötigten, stellte er fest. Insofern reichten jeweils 45-minütige Unterrichtseinheiten natürlich nicht aus. Jedoch verstand es Heide, wichtige Erkenntnisprozesse auszulösen, die nachwirken. Ein „dynamischer Terrassenaufbau“ etwa helfe bei der dramaturgischen Anlage eines Liedvortrages. Dieser zeichne sich durch strophen- bzw. intervallartige Steigerungen und Reduktionen aus und helfe dabei, „das ganze Pulver nicht schon zu Beginn zu verschießen“. Ein „Gewitter am Anfang“ ließe sich eben kaum noch steigern. Auch ganz praktische Tipps gab es: zum Beispiel die Vermeidung eines „Schnütchens“ beim Singen, da es den Tonumfang und die Textverständlichkeit beeinträchtige. 

Jedenfalls gab Daniel Heide an beiden – jeweils 10 Zeitstunden umfassenden – Tagen alles, um jede Menge Feedback zu geben. Und so stellten sich bemerkenswerte Erfolge ein, wie man zum Abschluss im vom „Meister“ moderierten und teilweise am Flügel begleiteten Werkstattkonzert erleben konnte.

Finale mit 15 Meisterschülern: Ein von Daniel Heide moderiertes Werkstattkonzert beschließt zwei intensive Tage – Foto: RWV Frankfurt

Der Richard-Wagner-Verband Frankfurt übernahm das Exklusiv-Sponsoring des Meisterkurses. Üblicherweise vergibt er jeden Sommer 10 Stipendien für den Besuch der Bayreuther Festspiele. Das war in diesem Sommer Pandemie-bedingt nicht in gewohntem Umfang möglich. Daher entschloss man sich zu diesem attraktiven Ausbildungsangebot zu Gunsten des künstlerischen Nachwuchses in Frankfurt.

Das Ernste im Komischen

Erkenntnisreicher Vortrag über den Komponisten Jacques Offenbach „zwischen den Stühlen“

Sie waren Zeitgenossen, ihre Wege kreuzten sich, auch wenn sie sich nicht trafen, sie wussten voneinander. „Richard Wagner und Jacques Offenbach werden sich beäugt haben – geschätzt haben sie sich nicht,“ weiß Anatol Stefan Riemer. Der Musikwissenschaftler an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt hat sich als Autor des dritten Bandes der Frankfurter Wagner-Kontexte damit beschäftigt, wie Offenbachs Rheinnixen 1864 in Wien den Tristan vom Spielplan verdrängten.

Dr. Anatol Stefan Riemer versteht es, für Jacques Offenbach zu begeistern – Foto: RWV Frankfurt

„Zwischen den Stühlen“ nannte Riemer seinen Vortrag über den in Köln als Sohn des größten Synagogenkantors seiner Zeit geborenen Komponisten. Schon mit 14 Jahren schickte ihn der Vater nach Paris, um ihm eine hervorragende musikalische Ausbildung zukommen zu lassen. Es war daher wohl naheliegend, dass Offenbach den deutschen und französischen Kompositionsstil zur „deutsch-französischen Romantik“ verband.

Diese Entnationalisierung der Musik traf insbesondere nach dem deutsch-französischen Krieg auf eine nationalistische deutsche Kritik. „Scham, wo ist Deine Röte“, schrieb damals ein Kritiker. „Was für entsetzliche Menschen diese Preußen doch sind“, konterte Offenbach und zeigte sich Frankreich gegenüber dankbar, ihn aufgenommen zu haben. Obwohl er lange zuvor die französische Staatsbürgerschaft angenommen hatte, wurde er jedoch auch von französischer Seite diskriminiert. „Offenbach lässt sich jedoch keinesfalls nationalistisch einengen“, wie Riemer befindet.

Die Lust, Gegensätzliches zusammenzuführen, das komplexe Wechselspiel zwischen Negation und Affirmation, von Idylle und Parodie, von Ironie und Sentiment ist in vielen Werken Offenbachs erkennbar. Wie dies musikalisch umgesetzt ist, demonstrierte Suzanne Reber mit temperamentvollem Vortrag am Flügel an vielen unterschiedlichen Beispielen: kurzen Auszügen, Notenfolgen oder auch nur Akkorden. Die Liebeserklärung der Großherzogin von Gerolstein illustriert das Ernste im Komischen. Umgekehrt hat der Komponist auch buffoneske Elemente in ernste Handlungen eingebettet und damit die Tragik konterkariert, wie er anhand der Rheinnixen darlegte.

Insgesamt 140 Bühnenwerke und mehr als 600 Einzelkompositionen von Offenbach sind heute bekannt, darunter über 70 Einzelwerke für Violoncello – das Instrument, das am Anfang seiner Musikerlaufbahn stand. „Seine Vielseitigkeit gilt es weiter zu entdecken“, meinte Riemer. Und einen versöhnlichen Abschluss wusste er auch. „Offenbach hätte ein zweiter Mozart werden können,“ soll der späte Richard Wagner geurteilt haben. Das Urteil der Besucher des Abends, darunter viele Studierende der Hochschule, fiel noch klarer aus: Langanhaltender Beifall für Anatol Stefan Riemer und Suzanne Reber für einen erkenntnisreichen Abend.

RWV-Vorstandsmitglied Dr. Sven Hartung begrüßte die Gäste und führte ins Thema ein – Foto: RWV Frankfurt

„Ich wäre lieber blind“

Videokünstler Manuel Braun zu Gast im Frankfurter Wagner-Salon 

Mit dem Stichwort „Video“ kann man unter Opernfreunden heftige Diskussionen anheizen. Tatsächlich sind Videoeinspielungen in Opernproduktionen oft reine Bebilderungen oder gar ein Ersatz für Bühnenausstattung oder Regiekonzept.

Bildausschnitt aus Video zu Mahlers 2. Sinfonie von Manuel Braun

Etwas völlig anderes sind dagegen die aufregenden, mit der Musik verschmelzenden und aktiv in die Regie eingebundenen Arbeiten des Videokünstlers und –regisseurs Manuel Braun, den wir im Rahmen unseres 5. Frankfurter Wagner-Salons als Gast begrüßen durften.

Manuel Braun gehört zum Regieteam von Tobias Kratzer und das Frankfurter Opernpublikum kennt natürlich ihre monumentalen, bildstarken Produktionen zu Meyerbeers L’Africaine (2018) und Verdis La forza del destino (2019). Aber spätestens seit dem letzten Bayreuther Tannhäuser (2019) kennt ihn die ganze Opernwelt. Die Inszenierung wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert und in der Zeitschrift „Opernwelt“ als Inszenierung des Jahres ausgezeichnet.

In dem sehr kurzweiligen und von Dirk Jenders moderierten Gespräch gab uns Manuel Braun einen Einblick in seinen Werdegang und berichtete von der Entstehungsgeschichte unterschiedlicher Arbeiten. Weiterlesen

CD-Premiere im RWV FFM

Out now! Erste vereinseigene CD mit Lied-Raritäten der Neudeutschen Schule

Ende Oktober 2020, unmittelbar vor dem zweiten bundesweiten Corona-Lockdown, fand im Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt der Liederabend „Richard Wagner auf der Flucht“ statt. Darin präsentierten uns die Mezzosopranistin Sylvia Rena Ziegler und die Pianistin Friederike Wiesner sehr selten zu hörende Lieder der mit Richard Wagner u.a. im Schweizer Exil befreundeten Komponisten Wilhelm Baumgartner, Theodor Kirchner, Alexander Ritter und Johann Carl Eschmann. Sie waren neben Liszt und Wagner Vertreter der sogenannten Neudeutschen Schule und verfolgten als eine jüngere Musiker-Generation um 1850 das Ideal von Fortschritt und Zukunftsmusik.

Gerade die Lieder von Alexander Ritter im Konzertprogramm des LiedDuos waren für uns im RWV Frankfurt von besonderem Interesse, stammen sie doch vom Protagonisten des Auftaktbandes unserer Buchreihe > Frankfurter Wagner-Kontexte (Autor: Michael Hofmeister, 2018).

Diesen weitestgehend ungehörten Liedschatz zu heben und dauerhaft erlebbar zu machen, motivierte uns zum Erwerb der Lizenzrechte beim Hessischen Rundfunk. Der Sender hatte unseren Konzertabend damals live aufgezeichnet und an zwei Samstagen im November 2020 und nochmals im März 2021 ausgestrahlt. Somit entstand die Live-CD in Studioqualität, die wir ab sofort zum Herstellungspreis verbreiten können.
Das Album gibt es also nicht im Online-/Handel, sondern nur direkt über den RWV Frankfurt zum Stückpreis von 5 € zuzüglich 3,50 € einmalige Versandkosten. Bestellungen sind per E-Mail möglich > rwv-ffm@web.de

Die 24 Titel mit einer Gesamtlaufzeit von 65 Minuten enthalten zudem drei Vokalwerke von Franz Liszt und die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner. Das mit viel Liebe zum Detail gestaltete Booklet umfasst neben allen Liedtexten auch Beiträge des LiedDuos Ziegler Wiesner sowie von Dr. Michael Hofmeister als Autor unseres umfangreichen Alexander Ritter-Buchbandes.

Die CD „Richard Wagner auf der Flucht“ mit ihren kompositorischen Raritäten darf als Bereicherung jeder klassischen Musik- und Liedsammlung gelten.

… und Wotan tanzt

RWV Frankfurt sponsert den Meisterkurs Gesang mit Mezzosopranistin Petra Lang an der HfMDK Frankfurt 

Hat Freude an der Wissensvermittlung und an den erzielten Fortschritten ihrer Schützlinge: Petra Lang – Foto: RWV Frankfurt

Spannend von der ersten bis zur letzten Minute: das war der Meisterkurs Gesang mit Petra Lang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) Frankfurt am 8. und 9. Juli. „Wagner und die Romantik“ war als Thema ausgegeben. 10 Studierende der Gesangsklassen ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich am Landgrafen, an Wotan, Elsa oder Ortrud zu versuchen, aber auch an Liedern von Hugo Wolf und Gustav Mahler.

Wagner-Rollen seien für diese Altersgruppe ungewöhnlich, wie Prof. Michelle Breedt erklärte, die die zweitägige Veranstaltung gemeinsam mit dem Korrepetitor der HfMDK, Hedayet Djeddikar, organisierte. Es waren die binnen kurzer Frist erzielten Fortschritte, die nicht nur die eingeladene „Meisterin“ sichtlich erfreuten. Und kann es für eine Schülerin am Ende ein größeres Lob geben, als ein innig-empfundenes „Gänsehaut“ aus dem Munde der renommierten Künstlerin? Hier hat man’s erlebt!

Der Richard-Wagner-Verband Frankfurt übernahm das Exklusiv-Sponsoring des Meisterkurses. Die Förderung junger Talente ist das Hauptanliegen des Verbands, wie die stellvertretende Vorsitzende, Rose Wießler, in ihrer Begrüßung darlegte. Üblicherweise vergeben die Wagner-Freunde jeden Sommer 10 Stipendien für den Besuch der Bayreuther Festspiele. Das hat die Pandemie auch in diesem Jahr nicht in gewohntem Umfang zugelassen. Daher entschloss man sich zu diesem attraktiven Ausbildungsangebot zu Gunsten des künstlerischen Nachwuchses in Frankfurt.

Mezzosopranistin Petra Lang (links) wird von Rose Wießler im Kleinen Saal der HfMDK Frankfurt begrüßt – Foto: RWV Frankfurt

Petra Lang hat aus den jeweils 7-stündigen Kursen fesselnde Ereignisse gemacht. Die gebürtige Frankfurterin ist nicht nur eine der renommiertesten Wagner-Interpretinnen, die Brangäne, Ortrud, Isolde oder Kundry an allen großen Häusern singt und die internationalen Festspielbühnen eroberte. Sie ist zudem eine leidenschaftliche Gesangspädagogin, die ihren Schülern mit großer Empathie begegnet. Sie fordert aktiv dazu auf, mutig zu sein, sich auszuprobieren, Fehler zuzulassen und zu korrigieren. Die Liste ihrer Meisterkurse ist ebenso lang wie die Liste ihrer weltweiten Engagements.

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Schubert – tiefergelegt

Andreas Bauer Kanabas: ein Liederabend mit Gänsehaut-Effekt

Andreas Bauer Kanabas legt den „Schwanengesang“ von Schubert stimmschön tiefer – Foto: Christoph Jenisch

Er war im Januar der Premierengast im virtuellen „Wagner-Salon“, mit denen der RWV Frankfurt den Pandemie-Lockdown überbrückte. „Wir lernten Andreas Bauer Kanabas damals im Gespräch als einen empathischen, klug reflektierenden und sympathischen Künstler kennen“, so Vorsitzender Dirk Jenders. Jetzt gestaltete der international gefragte Bassist auch die Wiederaufnahme unserer Publikumsveranstaltungen, die über sieben Monate lang nicht möglich gewesen waren. 45 kulturhungrige Gäste konnten Andreas Bauer Kanabas am 16. Juni (endlich) live im Clara Schumann Saal des Dr. Hoch’s Konservatorium als Liedsänger erleben. Es gab keinen, der von seiner kraftvollen, wandlungsfähigen und kultivierten Stimme nicht restlos begeistert war. Das Ensemble-Mitglied der Oper Frankfurt füllt mühelos große Säle, aber er beherrscht auch das lyrische Fach in beeindruckender Weise.

„Wanderers Nachtlied“ als Zugabe: Daniel Heide (Klavier) und Andreas Bauer Kanabas (Bass) – Foto: Christoph Jenisch

Entschwindet und vergeht … war das Programm mit dem für seine Stimme bearbeiteten Schwanengesang von Franz Schubert überschrieben. Es war der letzte Liederzyklus des jung verstorbenen Komponisten. Ergänzt wurde er im Mittelteil durch vier Balladen. Dass das Konzert zustande kam ist ebenfalls eine Folge des Lockdowns. „Neben all den künstlerischen und finanziellen Verlusten, die diese luxuriöse Denkpause mit sich brachte, bescherte sie mir persönlich einen unverhofften Gewinn – das erneute Aufflammen einer Zusammenarbeit mit meinem Studienfreund Daniel Heide“, schreibt Andreas Bauer Kanabas im Programmheft. Der Pianist hatte vor 20 Jahren sein Examenskonzert in Weimar begleitet und gehört heute zu den international gefragtesten Liedbegleitern. Er inspirierte den Sänger, „die Welt des Liedgesangs neu zu entdecken, sich für die leisen Töne Zeit zu nehmen und die eigene Stimme einer neuen Betrachtung zu unterziehen“.

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10.000 € für Wagner in Riga

Mitglieder des RWV Frankfurt fördern die Renaissance des Wagner-Theaters in Lettlands Hauptstadt

Schon bei der Mitgliederreise im Herbst 2012 zog der damals bereits geschlossene Bau des ehemaligen Deutschen Theaters in der historischen Altstadt Rigas in den Bann. Wie schön wäre es, dachten wir damals, wenn wieder Leben in das traditionsreiche Haus einziehen könnte, in dem Richard Wagner von 1837 bis 1839 wirkte. Dies wird nun dank des engagierten Vorsitzenden im RWV Riga, Maris Gailis, Wirklichkeit.

Der Kammermusiksaal des Wagner-Theaters in Riga – Foto: RWV Riga

Im Anschluss an den Online-Mitgliedertreff im Februar, bei dem das Theaterprojekt im Mittelpunkt stand, starteten wir eine Fundraising-Aktion und sie geriert zum Erfolg. Mitglieder unseres Verbandes zeigten sich überaus großzügig, so dass der stolze Spendenbetrag von 10.000 Euro fest zugesagt werden konnte. Die gute Nachricht wurde von den lettischen Wagner-Freunden dankbar und mit großer Begeisterung aufgenommen.

Der RWV Frankfurt wünscht allen Beteiligten der Renaissance des Wagner-Theaters weiterhin viel Erfolg und sehnt selbst den Tag der Eröffnung herbei. Eine Mitgliederreise zu diesem Anlass ist bereits fest geplant.

Aus Bankenstadt wird Musikstadt

Ulrike Kienzle präsentiert ihr Mammutprojekt zur Frankfurter Musikgeschichte

André Weißbach und Dr. Ulrike Kienzle im Gespräch 2021 & Richard mit Cosima auf der Zeil 1873 – Foto: RWV Frankfurt

Im Wagner-Salon am 29. April, der diesmal von unserem Vorstandsmitglied André Weißbach moderiert wurde, schöpfte Dr. Ulrike Kienzle aus dem Vollen einer reichen Musikgeschichte der Stadt und stellte große Pläne vor.

Im Online-Treff erfuhren über 60 Gäste von der renommierten Musikwissenschaftlerin, welche Persönlichkeiten das hiesige Musikgeschehen prägten. Neben den Promis Hans Sachs, Georg Philipp Telemann, Niccolo Paganini, Clara Schumann, Engelbert Humperdinck und Franz Schreker machten wir Bekanntschaft mit alten Meistern wie Jakob Meiland oder Johann Andreas Herbst. Wir lernten nicht mehr existente Orte, wie die Barfüßerkirche (am Standort der heutigen Paulskirche) und das 1.800 Plätze-Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße kennen.

„Versunkene Spielstätte“: Die Barfüßerkirche auf dem heutigen Gelände der Paulskirche – Foto: RWV Frankfurt

Zudem begegneten wir mit dem Musenverein Museum von 1808, der Frankfurter Mozart-Stiftung von 1838, dem Freien Deutschen Hochstift von 1859 und dem Dr. Hoch’s Konservatorium von 1878 noch heute aktiven Institutionen. Belebt wurde der kurzweilige Abend durch viele Fotos sowie Audio- & Video-Einspieler. Natürlich kamen auch die Vita und zahlreichen Projekte unseres Gastes nicht zu kurz. Im Zentrum stand das Mammutprojekt Musikstadt Frankfurt, das Ulrike Kienzle in den kommenden Jahren federführend umsetzen wird. Weiterlesen

Der Sachs ist der Hammer

Michael Volle berichtet im Wagner-Salon über ein Sängerleben im Ausnahmezustand

Bariton Michael Volle – Foto: Carsten Sander

Als führender Vertreter seines Faches ist er normalerweise ein vielbeschäftigter Gast an internationalen Bühnen: Bariton Michael Volle. Allein seine für 2020/21 geplanten Auftritte an der New Yorker Met, in Bayreuth, Berlin, Dresden, Hamburg, London, Wien, Zürich, München, Mailand, Florenz oder Wiesbaden in Partien des Hans Sachs, Amfortas, Wotan, Holländer, Barak, Jochanaan, Orest, Mandryka, Scarpia, Boris, Méphisto oder Jack Rance spiegeln für sich genommen eine imposante Karriere wieder.

Nur ein Bruchteil davon ließ sich realisieren. Die Pandemie zwang auch Michael Volle zu einer überlangen Zwangspause. Statt also auf den Brettern zu stehen, die die Welt für ihn bedeuten, beehrte der Sänger des Jahres 2008 und 2014 den inzwischen 3. Frankfurter Wagner-Salon – aus seinem Zuhause online zugeschaltet.

In dem von Dirk Jenders moderierten Gespräch spannte sich der Bogen von Mozart-Partien (inklusive einer kleinen Stimmenkunde) über Ensemble-Stationen in Mannheim, Bonn, Köln, Düsseldorf, Zürich und München bis hin zu den Auswirkungen der Corona-bedingten Karrierevollbremsung und hoffnungsvollen Zukunftsplänen. In Einspielern erlebte man den auskunftsfreudigen Gast als Mozart-Figaro, als Filippo Maria Visconti in Bellinis „Beatrice di Tenda“ und natürlich mit dem „Wahn-Monolog“ in seiner „Hammer“-Rolle, dem Hans Sachs. Auch spannend: Einblicke in das „Innenleben“ eines Sängers im MRT der Uniklinik Freiburg während er das „Lied an den Abendstern“ vortrug.

Da schmunzelt der Meister über seinen „Sachs“ – Michael Volle genießt den „Wahn-Monolog“ (Screenshot: RWV Frankfurt)

Über 100 Gäste versammelten sich am 25. März vor 90 eingeloggten Laptops, Tablets bzw. Smartphones. Die Besucher kamen nicht nur aus den Frankfurter Reihen, sondern auch aus den Wagner-Verbänden Leipzig, München, Nürnberg, Ulm/Neu-Ulm, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf, Hannover sowie aus Österreich, der Schweiz und New York. Zudem ließ es sich unser Salon-Premierengast vom Januar, Bassist Andreas Bauer Kanabas, nicht nehmen, den „Weltstar“ (O-Ton des Sängerkollegen) virtuell und dennoch hautnah zu erleben. Ein Teilnehmer aus Bonn fasste das erkenntnisreiche Online-Event so zusammen: „Grandioser Abend, sehr berührend, geradezu intim.“

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