5.11.: Wagner im Kino

Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt
Filmpräsentation im Arthouse-Cinéma, Rossmarkt 7 (Nähe Katharinenkirche)
in Anwesenheit von Regisseur Axel Brüggemann und mit anschließendem Filmgespräch

Wagner ist mehr als nur Musik. Wagner ist ein gesellschaftliches Phänomen, eine Glaubensfrage – und Bayreuth einer der größten deutschen Pilgerorte. Über Richard Wagner gibt es mehr Biografien als über Jesus. Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt ist aber kein biografischer Film über den Komponisten, keine musikwissenschaftliche Analyse seines Werkes, sondern ein Dokumentarfilm, der sich augenzwinkernd allein dem Faszinosum Wagner widmet und der Frage nachgeht, wie sich bis zum heutigen Tag um diesen höchst umstrittenen Künstler ein derartiger Hype und Kult entwickeln konnte, der fast nur Bewunderer und Gegner zu kennen scheint.

Das Geschichtenerzählen und damit die große Filmbühne überlässt Regisseur Axel Brüggemann den weltweit in Wagner-Verbänden (auch in Frankfurt) engagierten Fans und den Opernprofis vom Grünen Hügel.

Freitag, 5. November 2021, um 18:00 Uhr
Kino-Tickets für Frankfurt > hier

„Ich wäre lieber blind“

Videokünstler Manuel Braun zu Gast im Frankfurter Wagner-Salon 

Mit dem Stichwort „Video“ kann man unter Opernfreunden heftige Diskussionen anheizen. Tatsächlich sind Videoeinspielungen in Opernproduktionen oft reine Bebilderungen oder gar ein Ersatz für Bühnenausstattung oder Regiekonzept.

Bildausschnitt aus Video zu Mahlers 2. Sinfonie von Manuel Braun

Etwas völlig anderes sind dagegen die aufregenden, mit der Musik verschmelzenden und aktiv in die Regie eingebundenen Arbeiten des Videokünstlers und –regisseurs Manuel Braun, den wir im Rahmen unseres 5. Frankfurter Wagner-Salons als Gast begrüßen durften.

Manuel Braun gehört zum Regieteam von Tobias Kratzer und das Frankfurter Opernpublikum kennt natürlich ihre monumentalen, bildstarken Produktionen zu Meyerbeers L’Africaine (2018) und Verdis La forza del destino (2019). Aber spätestens seit dem letzten Bayreuther Tannhäuser (2019) kennt ihn die ganze Opernwelt. Die Inszenierung wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert und in der Zeitschrift „Opernwelt“ als Inszenierung des Jahres ausgezeichnet.

In dem sehr kurzweiligen und von Dirk Jenders moderierten Gespräch gab uns Manuel Braun einen Einblick in seinen Werdegang und berichtete von der Entstehungsgeschichte unterschiedlicher Arbeiten. Weiterlesen

CD-Premiere im RWV FFM

Out now! Erste vereinseigene CD mit Lied-Raritäten der Neudeutschen Schule

Ende Oktober 2020, unmittelbar vor dem zweiten bundesweiten Corona-Lockdown, fand im Dr. Hoch’s Konservatorium Frankfurt der Liederabend „Richard Wagner auf der Flucht“ statt. Darin präsentierten uns die Mezzosopranistin Sylvia Rena Ziegler und die Pianistin Friederike Wiesner sehr selten zu hörende Lieder der mit Richard Wagner u.a. im Schweizer Exil befreundeten Komponisten Wilhelm Baumgartner, Theodor Kirchner, Alexander Ritter und Johann Carl Eschmann. Sie waren neben Liszt und Wagner Vertreter der sogenannten Neudeutschen Schule und verfolgten als eine jüngere Musiker-Generation um 1850 das Ideal von Fortschritt und Zukunftsmusik.

Gerade die Lieder von Alexander Ritter im Konzertprogramm des LiedDuos waren für uns im RWV Frankfurt von besonderem Interesse, stammen sie doch vom Protagonisten des Auftaktbandes unserer Buchreihe > Frankfurter Wagner-Kontexte (Autor: Michael Hofmeister, 2018).

Diesen weitestgehend ungehörten Liedschatz zu heben und dauerhaft erlebbar zu machen, motivierte uns zum Erwerb der Lizenzrechte beim Hessischen Rundfunk. Der Sender hatte unseren Konzertabend damals live aufgezeichnet und an zwei Samstagen im November 2020 und nochmals im März 2021 ausgestrahlt. Somit entstand die Live-CD in Studioqualität, die wir ab sofort zum Herstellungspreis verbreiten können.
Das Album gibt es also nicht im Online-/Handel, sondern nur direkt über den RWV Frankfurt zum Stückpreis von 5 € zuzüglich 3,50 € einmalige Versandkosten. Bestellungen sind per E-Mail möglich > rwv-ffm@web.de

Die 24 Titel mit einer Gesamtlaufzeit von 65 Minuten enthalten zudem drei Vokalwerke von Franz Liszt und die Wesendonck-Lieder von Richard Wagner. Das mit viel Liebe zum Detail gestaltete Booklet umfasst neben allen Liedtexten auch Beiträge des LiedDuos Ziegler Wiesner sowie von Dr. Michael Hofmeister als Autor unseres umfangreichen Alexander Ritter-Buchbandes.

Die CD „Richard Wagner auf der Flucht“ mit ihren kompositorischen Raritäten darf als Bereicherung jeder klassischen Musik- und Liedsammlung gelten.

Programm im 2. Halbjahr 2021

In den Monaten September bis November bieten wir diese attraktiven Veranstaltungen an, davon vier in Präsenz sowie einen Frankfurter Wagner-Salon als Online-Treff:

Alfred Stenger – Foto: Sabine Lippert

16. September 2021
(Donnerstag)
19:00 Uhr

– nur für Mitglieder –
Jahresmitgliederversammlung 2021
und
Musikvortrag Wagner & Bach
mit Alfred Stenger

Dr. Hoch’s Konservatorium

 

 

Manuel Braun – Foto: Manuel Braun

 


6. Oktober 2021
(Mittwoch)
19:00 Uhr

Frankfurter Wagner-Salon –
der Online-Treff
Gast: Manuel Braun, Videokünstler
u.a. Tannhäuser in Bayreuth, L’Africaine + La forza del destino
an der Oper Frankfurt
Online-Zugangslink
> Wegweiser in den Salon

 

Dr. Anatol Stefan Riemer – Foto: privat

2. November 2021
(Dienstag)
19:30 Uhr

Jacques Offenbach „zwischen den Stühlen“. Zum Verhältnis von Parodie und Wahrhaftigkeit
Musikvortrag mit Anatol Stefan Riemer
Autor Band 3 unserer Buchreihe Frankfurter Wagner-Kontexte
Klavier: Suzanne Reeber
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt

 

 

Daniel Heide – Foto: Giodo Werner

12. und 13. November 2021
(Freitag und Samstag)
Uhrzeiten siehe > Termine
Meisterkurs Gesang & Klavier
mit Pianist Daniel Heide (Weimar)

13. November 2021
(Samstag)
19:00 Uhr
Abschlusskonzert zum Meisterkurs
mit Daniel Heide und Studierenden des Dr. Hoch’s Konservatorium
Der RWV Frankfurt übernahm die Finanzierung des Meisterkurses.

 

Anna Stepanova & Xi Zhai – Foto: privat

27. November 2021
(Samstag)
15:00 Uhr

Eine Pilgerfahrt zu Beethoven Musikalische Lesung der Novelle von Richard Wagner
Rezitation: Dirk Jenders und Christoph Jenisch / Klavier:
Anna Stepanova und Xi Zhai
Dr. Hoch’s Konservatorium


Ausblick 2022

27. April bis 2. Mai 2022
(Mittwoch bis Montag)

Musikreise nach Wien
geplantes Programm (Änderungen vorbehalten):
Konzert mit den Wiener Symphonikern im Großen Saal des Musikvereins, Privatkonzert mit anschließendem Dinner im Hotel Imperial, Tristan und Isolde an der Wiener Staatsoper, umfangreiches Ausflugs- und Besichtigungsprogramm
Eine Kooperation mit ars musica, Köln

Weitere Informationen zu unseren Veranstaltungen, z.B. Eintritts-/Reisepreise, Anmeldetermine etc. finden Sie > hier

… und Wotan tanzt

RWV Frankfurt sponsert den Meisterkurs Gesang mit Mezzosopranistin Petra Lang an der HfMDK Frankfurt 

Hat Freude an der Wissensvermittlung und an den erzielten Fortschritten ihrer Schützlinge: Petra Lang – Foto: RWV Frankfurt

Spannend von der ersten bis zur letzten Minute: das war der Meisterkurs Gesang mit Petra Lang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) Frankfurt am 8. und 9. Juli. „Wagner und die Romantik“ war als Thema ausgegeben. 10 Studierende der Gesangsklassen ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich am Landgrafen, an Wotan, Elsa oder Ortrud zu versuchen, aber auch an Liedern von Hugo Wolf und Gustav Mahler.

Wagner-Rollen seien für diese Altersgruppe ungewöhnlich, wie Prof. Michelle Breedt erklärte, die die zweitägige Veranstaltung gemeinsam mit dem Korrepetitor der HfMDK, Hedayet Djeddikar, organisierte. Es waren die binnen kurzer Frist erzielten Fortschritte, die nicht nur die eingeladene „Meisterin“ sichtlich erfreuten. Und kann es für eine Schülerin am Ende ein größeres Lob geben, als ein innig-empfundenes „Gänsehaut“ aus dem Munde der renommierten Künstlerin? Hier hat man’s erlebt!

Der Richard-Wagner-Verband Frankfurt übernahm das Exklusiv-Sponsoring des Meisterkurses. Die Förderung junger Talente ist das Hauptanliegen des Verbands, wie die stellvertretende Vorsitzende, Rose Wießler, in ihrer Begrüßung darlegte. Üblicherweise vergeben die Wagner-Freunde jeden Sommer 10 Stipendien für den Besuch der Bayreuther Festspiele. Das hat die Pandemie auch in diesem Jahr nicht in gewohntem Umfang zugelassen. Daher entschloss man sich zu diesem attraktiven Ausbildungsangebot zu Gunsten des künstlerischen Nachwuchses in Frankfurt.

Mezzosopranistin Petra Lang (links) wird von Rose Wießler im Kleinen Saal der HfMDK Frankfurt begrüßt – Foto: RWV Frankfurt

Petra Lang hat aus den jeweils 7-stündigen Kursen fesselnde Ereignisse gemacht. Die gebürtige Frankfurterin ist nicht nur eine der renommiertesten Wagner-Interpretinnen, die Brangäne, Ortrud, Isolde oder Kundry an allen großen Häusern singt und die internationalen Festspielbühnen eroberte. Sie ist zudem eine leidenschaftliche Gesangspädagogin, die ihren Schülern mit großer Empathie begegnet. Sie fordert aktiv dazu auf, mutig zu sein, sich auszuprobieren, Fehler zuzulassen und zu korrigieren. Die Liste ihrer Meisterkurse ist ebenso lang wie die Liste ihrer weltweiten Engagements.

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Schubert – tiefergelegt

Andreas Bauer Kanabas: ein Liederabend mit Gänsehaut-Effekt

Andreas Bauer Kanabas legt den „Schwanengesang“ von Schubert stimmschön tiefer – Foto: Christoph Jenisch

Er war im Januar der Premierengast im virtuellen „Wagner-Salon“, mit denen der RWV Frankfurt den Pandemie-Lockdown überbrückte. „Wir lernten Andreas Bauer Kanabas damals im Gespräch als einen empathischen, klug reflektierenden und sympathischen Künstler kennen“, so Vorsitzender Dirk Jenders. Jetzt gestaltete der international gefragte Bassist auch die Wiederaufnahme unserer Publikumsveranstaltungen, die über sieben Monate lang nicht möglich gewesen waren. 45 kulturhungrige Gäste konnten Andreas Bauer Kanabas am 16. Juni (endlich) live im Clara Schumann Saal des Dr. Hoch’s Konservatorium als Liedsänger erleben. Es gab keinen, der von seiner kraftvollen, wandlungsfähigen und kultivierten Stimme nicht restlos begeistert war. Das Ensemble-Mitglied der Oper Frankfurt füllt mühelos große Säle, aber er beherrscht auch das lyrische Fach in beeindruckender Weise.

„Wanderers Nachtlied“ als Zugabe: Daniel Heide (Klavier) und Andreas Bauer Kanabas (Bass) – Foto: Christoph Jenisch

Entschwindet und vergeht … war das Programm mit dem für seine Stimme bearbeiteten Schwanengesang von Franz Schubert überschrieben. Es war der letzte Liederzyklus des jung verstorbenen Komponisten. Ergänzt wurde er im Mittelteil durch vier Balladen. Dass das Konzert zustande kam ist ebenfalls eine Folge des Lockdowns. „Neben all den künstlerischen und finanziellen Verlusten, die diese luxuriöse Denkpause mit sich brachte, bescherte sie mir persönlich einen unverhofften Gewinn – das erneute Aufflammen einer Zusammenarbeit mit meinem Studienfreund Daniel Heide“, schreibt Andreas Bauer Kanabas im Programmheft. Der Pianist hatte vor 20 Jahren sein Examenskonzert in Weimar begleitet und gehört heute zu den international gefragtesten Liedbegleitern. Er inspirierte den Sänger, „die Welt des Liedgesangs neu zu entdecken, sich für die leisen Töne Zeit zu nehmen und die eigene Stimme einer neuen Betrachtung zu unterziehen“.

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10.000 € für Wagner in Riga

Mitglieder des RWV Frankfurt fördern die Renaissance des Wagner-Theaters in Lettlands Hauptstadt

Schon bei der Mitgliederreise im Herbst 2012 zog der damals bereits geschlossene Bau des ehemaligen Deutschen Theaters in der historischen Altstadt Rigas in den Bann. Wie schön wäre es, dachten wir damals, wenn wieder Leben in das traditionsreiche Haus einziehen könnte, in dem Richard Wagner von 1837 bis 1839 wirkte. Dies wird nun dank des engagierten Vorsitzenden im RWV Riga, Maris Gailis, Wirklichkeit.

Der Kammermusiksaal des Wagner-Theaters in Riga – Foto: RWV Riga

Im Anschluss an den Online-Mitgliedertreff im Februar, bei dem das Theaterprojekt im Mittelpunkt stand, starteten wir eine Fundraising-Aktion und sie geriert zum Erfolg. Mitglieder unseres Verbandes zeigten sich überaus großzügig, so dass der stolze Spendenbetrag von 10.000 Euro fest zugesagt werden konnte. Die gute Nachricht wurde von den lettischen Wagner-Freunden dankbar und mit großer Begeisterung aufgenommen.

Der RWV Frankfurt wünscht allen Beteiligten der Renaissance des Wagner-Theaters weiterhin viel Erfolg und sehnt selbst den Tag der Eröffnung herbei. Eine Mitgliederreise zu diesem Anlass ist bereits fest geplant.

Aus Bankenstadt wird Musikstadt

Ulrike Kienzle präsentiert ihr Mammutprojekt zur Frankfurter Musikgeschichte

André Weißbach und Dr. Ulrike Kienzle im Gespräch 2021 & Richard mit Cosima auf der Zeil 1873 – Foto: RWV Frankfurt

Im Wagner-Salon am 29. April, der diesmal von unserem Vorstandsmitglied André Weißbach moderiert wurde, schöpfte Dr. Ulrike Kienzle aus dem Vollen einer reichen Musikgeschichte der Stadt und stellte große Pläne vor.

Im Online-Treff erfuhren über 60 Gäste von der renommierten Musikwissenschaftlerin, welche Persönlichkeiten das hiesige Musikgeschehen prägten. Neben den Promis Hans Sachs, Georg Philipp Telemann, Niccolo Paganini, Clara Schumann, Engelbert Humperdinck und Franz Schreker machten wir Bekanntschaft mit alten Meistern wie Jakob Meiland oder Johann Andreas Herbst. Wir lernten nicht mehr existente Orte, wie die Barfüßerkirche (am Standort der heutigen Paulskirche) und das 1.800 Plätze-Konzerthaus Saalbau in der Junghofstraße kennen.

„Versunkene Spielstätte“: Die Barfüßerkirche auf dem heutigen Gelände der Paulskirche – Foto: RWV Frankfurt

Zudem begegneten wir mit dem Musenverein Museum von 1808, der Frankfurter Mozart-Stiftung von 1838, dem Freien Deutschen Hochstift von 1859 und dem Dr. Hoch’s Konservatorium von 1878 noch heute aktiven Institutionen. Belebt wurde der kurzweilige Abend durch viele Fotos sowie Audio- & Video-Einspieler. Natürlich kamen auch die Vita und zahlreichen Projekte unseres Gastes nicht zu kurz. Im Zentrum stand das Mammutprojekt Musikstadt Frankfurt, das Ulrike Kienzle in den kommenden Jahren federführend umsetzen wird. Weiterlesen

Der Sachs ist der Hammer

Michael Volle berichtet im Wagner-Salon über ein Sängerleben im Ausnahmezustand

Bariton Michael Volle – Foto: Carsten Sander

Als führender Vertreter seines Faches ist er normalerweise ein vielbeschäftigter Gast an internationalen Bühnen: Bariton Michael Volle. Allein seine für 2020/21 geplanten Auftritte an der New Yorker Met, in Bayreuth, Berlin, Dresden, Hamburg, London, Wien, Zürich, München, Mailand, Florenz oder Wiesbaden in Partien des Hans Sachs, Amfortas, Wotan, Holländer, Barak, Jochanaan, Orest, Mandryka, Scarpia, Boris, Méphisto oder Jack Rance spiegeln für sich genommen eine imposante Karriere wieder.

Nur ein Bruchteil davon ließ sich realisieren. Die Pandemie zwang auch Michael Volle zu einer überlangen Zwangspause. Statt also auf den Brettern zu stehen, die die Welt für ihn bedeuten, beehrte der Sänger des Jahres 2008 und 2014 den inzwischen 3. Frankfurter Wagner-Salon – aus seinem Zuhause online zugeschaltet.

In dem von Dirk Jenders moderierten Gespräch spannte sich der Bogen von Mozart-Partien (inklusive einer kleinen Stimmenkunde) über Ensemble-Stationen in Mannheim, Bonn, Köln, Düsseldorf, Zürich und München bis hin zu den Auswirkungen der Corona-bedingten Karrierevollbremsung und hoffnungsvollen Zukunftsplänen. In Einspielern erlebte man den auskunftsfreudigen Gast als Mozart-Figaro, als Filippo Maria Visconti in Bellinis „Beatrice di Tenda“ und natürlich mit dem „Wahn-Monolog“ in seiner „Hammer“-Rolle, dem Hans Sachs. Auch spannend: Einblicke in das „Innenleben“ eines Sängers im MRT der Uniklinik Freiburg während er das „Lied an den Abendstern“ vortrug.

Da schmunzelt der Meister über seinen „Sachs“ – Michael Volle genießt den „Wahn-Monolog“ (Screenshot: RWV Frankfurt)

Über 100 Gäste versammelten sich am 25. März vor 90 eingeloggten Laptops, Tablets bzw. Smartphones. Die Besucher kamen nicht nur aus den Frankfurter Reihen, sondern auch aus den Wagner-Verbänden Leipzig, München, Nürnberg, Ulm/Neu-Ulm, Koblenz, Bonn, Köln, Düsseldorf, Hannover sowie aus Österreich, der Schweiz und New York. Zudem ließ es sich unser Salon-Premierengast vom Januar, Bassist Andreas Bauer Kanabas, nicht nehmen, den „Weltstar“ (O-Ton des Sängerkollegen) virtuell und dennoch hautnah zu erleben. Ein Teilnehmer aus Bonn fasste das erkenntnisreiche Online-Event so zusammen: „Grandioser Abend, sehr berührend, geradezu intim.“

Lesen Sie die ausführliche Zusammenfassung > hier

Neuer Sehnsuchtsort für Wagner-Fans

Der 2. Frankfurter Wagner-Salon informierte über die Renaissance des Wagner Theaters in Riga

Das ehemalige deutsche Theater in Riga – Richard Wagner dirigierte hier von 1837 bis 1839

Tiefe Risse in Decken und Wänden, bröckelnder Putz und allerlei Verunstaltungen während der letzten 100 Jahre, aber auch gut erhaltene Säle, in denen der alte Glanz noch zu spüren ist – so präsentiert sich momentan das ehemalige Deutsche Theater in Riga. Jetzt soll der Bau von 1782, der einst Stadtpalais und Gesellschaftshaus zugleich war, als Wagner Theater Riga – GesamtkunstWERK 21 zu neuem Leben erweckt werden.

Bei unserem 2. Online-Mitgliedertreff am 17. Februar luden Mechthild Foet und Dr. Konrad Winckler vom deutsch-lettischen Projektteam zu einer virtuellen Reise in die Stadt ein, in der „Riharda Vagnera“ von 1837 bis 1839 als Kapellmeister tätig war. Videobotschaften von Eva Wagner-Pasquier sowie vom Vorsitzenden des RWV Riga, Maris Gailis, ergänzten ihre Präsentation. Erneut fanden sich über 50 interessierte Gäste zum virtuellen Treffen ein, auch aus befreundeten Wagner-Verbänden.

Die architektonische Anordnung des tiefliegenden Orchestergrabens und des abgedunkelten, stark ansteigenden Parterre inspirierten Wagner zur Gestaltung seines späteren Bayreuther Festspielhauses. In Riga wird mit dem Wagner Theater nicht nur ein vierter Sehnsuchtsort für Wagner-Enthusiasten entstehen – neben Tribschen, Bayreuth und Venedig. Vielmehr soll auf den vorhandenen 5.000 Quadratmetern Zukunftsweisendes geschaffen werden. Es wird Räume für Oper, Schauspiel und Konzerte geben, ein dauerhaftes Domizil für den örtlichen Richard-Wagner-Verband, ein Museum und ein Restaurant. Vor allem aber soll sich dort ein kultureller Leuchtturm Lettlands entwickeln. Mit Stipendienprogrammen und Meisterklassen soll er den künstlerischen Nachwuchs aus ganz Europa anziehen – auch aus den Richard-Wagner-Verbänden – und als ein Inkubator für die Kunst des 21. Jahrhunderts dienen.

Das wiedererstehende Kulturzentrum mitten in der historischen Altstadt von Riga (Weltkulturerbe) darf mit gutem Zuspruch rechnen – nicht nur wegen der Musikbegeisterung der Letten selbst. So werden auch internationale Gäste des Jurmala Musik Festivals sowie der zahlreichen Kreuzfahrtschiffe Veranstaltungen im Wagner Theater besuchen.

35 Millionen Euro sind für Renovierung und Umbau veranschlagt. Die Hälfte davon bringt der lettische Staat selbst auf, dessen Präsident die Schirmherrschaft übernahm. Die Europäische Union beteiligt sich ebenso wie der Deutsche Bundestag an den Kosten. 3 Millionen Euro sollen durch Fundraising eingeworben werden. Erste namhafte Sponsoren wurden bereits gewonnen. Auch die Wagner-Fans in aller Welt sind aufgerufen, zur identitätsstiftenden Realisierung dieses Kultur-Leuchtturms im Norden Europas beizutragen.

Der RWV Frankfurt wird sich mit einer eigenen Spendenaktion (Kennwort „Riga“) einbringen und hofft auf rege Unterstützung seiner Mitglieder. Sie dürfen damit rechnen, dass mit geplanter Fertigstellung 2026 eine Reise nach Lettland angeboten wird, auf der sich die Sponsoren von der Strahlkraft des Projekts überzeugen können.

Dr. Konrad Winckler stellt das Riga-Projekt vor – im Hintergrund ein Modell des Wagner Theaters – Foto: RWV Frankfurt